#207 Wabi Sabi. Die Schönheit des Unvollkommenen.

Shownotes

„Es gibt einen Riss in allen Dingen. Nur so kommt das Licht hinein.“ (Leonard Cohen)

In einer Welt der Selbstoptimierung wirkt die japanische Philosophie des Wabi Sabi fast wie ein Gegenentwurf. Statt Perfektion, Kontrolle und ständiger Steigerung betont sie das Unfertige, Vergängliche und Unvollkommene. Schönheit entsteht nicht trotz der Risse und Falten, sondern oft gerade durch sie.

In dieser Pudelkern-Folge sprechen Albert und Jan darüber, warum Wabi Sabi weit mehr ist als eine ästhetische Stilrichtung aus Japan. Es geht um eine Haltung zum Leben: um den würdevollen Umgang mit Brüchen, um Einfachheit statt Daueroptimierung und um die Frage, warum Menschen oft dann authentisch werden, wenn sie aufhören, perfekt wirken zu wollen. Dabei zeigt sich, dass gerade Vergänglichkeit und Unvollkommenheit dem Leben Tiefe und Bedeutung verleihen können.

Weitere Informationen unter www.pudel-kern.com

Besprochene und zitierte Philosophen dieser Folge:

Platon, Epikur, Karl Jaspers, Konfuzius, Zen-Buddhismus, Daoismus

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Transkript anzeigen

00:00:01: Hallo

00:00:13: und herzlich willkommen, liebe Freundinnen und Freunde der Philosophie und der Lebenskunst bei der Pudel und der Kern.

00:00:19: Und Servus Albert!

00:00:22: Heute beschäftigen wir uns mit einer japanischen Philosophie, von der ich gemerkt habe dass ich ohne es zu wissen ja zumindest mal ein kleiner Meister diese japanischen Lebenskunst der japanische Philosophie Wabi Sabi bin.

00:00:37: Ja, gut Meister ist immer relativ aber zumindest kann ich sehr gut akzeptieren wenn Dinge nicht perfekt sind Wenn sie auch so kleine Macken haben oder nicht so ganz funktionieren und manchmal finde ich das sogar schön.

00:00:50: also als Beispiel Ich habe ein altes Auto was ich sehr liebe.

00:00:55: was aber eben ja ist alles analog da und kein automatisches Schließsystem, wo mit dem Funkschlüssel das Auto zuschließt.

00:01:03: Sondern ich muss bei der Beifahrertür den Türgriff zweimal nach vorne und einmal nach hinten drücken.

00:01:09: erst dann kann ich es mit meinem Schlüssel wirklich verschließen.

00:01:12: meine Kinder lachen immer wenn sie sehen wie ich an diesem Auto rumhantiere damit es dann doch letztlich zu verschließen.

00:01:20: Ein anderer Punkt ist, dass ich tatsächlich Vespas, also diese italienischen Motorroller nicht dann schön und cool finde.

00:01:30: wenn sie perfekt restauriert sind und neu perfekt lackiert und glänzend und so, sondern ich finde sie eigentlich genau mit Patina.

00:01:38: Perfekt!

00:01:38: Wenn man sieht.

00:01:39: okay die Kisten sind vierzig Jahre alt aber versprühen da halt auch so ein bisschen diesen achtziger-neinzigerjahre flair italienisches deutsche Vita und so.

00:01:49: und ich finde das kommt erst raus wenn man eben sieht dass die halt auch die letzten vierzig jahre gefahren wurden.

00:01:55: ja und

00:01:56: das wie ich dann eben festgestellt habe hängt alles mit dieser japanischen Philosophie Wabi-Sabi zusammen, die eben davon ausgeht dass das Leben nicht in Perfektion oder Kontrolle oder ständiger Steigerung besteht sondern die akzeptiert, dass es irgendwas Unfertiges gibt.

00:02:17: Das Vergänglich oder das Unfollkommene und darin also feiert oder zumindest akzeptieren Und darin sogar auch eine gewisse Schönheit sucht.

00:02:28: Ich bin draufgekommen auf diese Philosophie, über die japanischen... Kennt ihr vielleicht oder kennst du vielleicht auch diese japanische Kenzugi Porzellan?

00:02:38: Das heißt das sind die mit Gold geflickten also sie sind wohl irgendwann mal zerbrochen.

00:02:42: ich weiß nicht ob die künstlich zerbrochern werden um sie dann wieder mit Gold zusammenzufügen und dann sieht man eben so diese Goldfuge.

00:02:51: habe ich dann auch dieses Fabisabi entdeckt, ja ist die Frage Albert und so steige ich auch ein.

00:02:57: Ist das tatsächlich eine Philosophie oder ist es halt eine Grundhaltung, die man kultiviert?

00:03:01: Also ich finde es erstmal eine sehr positive Sicht aufs Leben zu akzeptieren Alles ist vergänglich, alles wird älter aber dadurch nicht schlechter vielleicht sogar cooler und auch mal damit klarzukommen oder das Schöne darin zu suchen dass sich die Tür nicht auf dem nicht per Funkschlüssel sondern mit verschiedenen Tricks nur noch verschließen lässt.

00:03:25: Ja, ich kann nicht gut verstehen.

00:03:26: Ich bin auch ganz auf deiner Seite.

00:03:28: Es hat sehr schöne Aspekte dieses Wabi-Sabi.

00:03:31: Ob es jetzt eine Philosophie ist im engen Sinne vielleicht nicht?

00:03:35: Eine Haltung ist das ganz bestimmt zum Leben und es hatte ganz bestimmt auch tiefe philosophische Aspechte gerade von der praktischen Philosophies her gesehen.

00:03:45: Ganz ohne Zweifel!

00:03:46: Und ich kann gut damit leben sie als einen Ausdruck japanischem Denkens, japanischer Einstellung, japonischer Kultur Japan... Philosophie anzuerkennen.

00:03:57: Denn dieser Aspekt, den du ja genannt hast das Leben wandeln, vergehen die Patina Das Vergängliche als etwas Schönes zu sehen Als Ausdruck des sich ständig wandelnden Lebens das auch zu akzeptieren, annehmen.

00:04:16: Dass etwas vergeht und darin sogar eine Schönheit sehen.

00:04:19: Das finde ich einen sehr schönen und wichtigen Gedanken.

00:04:24: Auch der Gedanke der Unvollkommenheit oder des nicht perfekten oder des Nichtkontrollierbaren sind alles wesentliche... Aspekte der praktischen Philosophie.

00:04:36: Erst einmal ist es sehr wichtig, überhaupt den Wandel anzunehmen.

00:04:41: Vergänglichkeit plat und sagte mal wer dieses Leben wählt, wählt werden und vergehen.

00:04:49: Warbisabi ist so ein Ausdruck, diese Ästhetik des Vergängliches.

00:04:53: Ein Ausdrucks von ja das ist Leben!

00:04:55: Das ist Lebendigkeit, das ist Vergehen und das finde ich schön.

00:04:59: und unsere moderne Gesellschaft gerade da ist es ein sehr schöner... Kontrast dazu sehr schöner Gegenpol.

00:05:07: Eben gegen Geschwindigkeit, gegen Kontrollzwang, gegen Perfektionismus als wenn das noch lebendig.

00:05:14: wahrhaftiger wäre eben diese Aspekte anders zu sehen also die das Fehler hafte zu sehen und dass mangelhafte das Unfertige.

00:05:26: Das erinnerte mich auch sehr stark an einen Urspruch der griechischen Philosophie.

00:05:32: Erkenne dich selbst, denn das bedeutet da auch, vergiss nie dass du ein Mensch bist mit beschränkten Fähigkeiten vergänglich, der nicht alles weiß und nicht alles versteht und immer wieder Fehler macht.

00:05:45: Und dann war Bisabi sagt ja zu diesen Unvollkommenheiten und sogar erhöht sie.

00:05:51: noch hat er eine Ästhetik rausgemacht die sich ja in verschiedenen Karamen Kamikast du genannt, vielleicht im Volumen stecken in der Art der Architektur oder auch der Innenausstattung.

00:06:02: Lieben die das?

00:06:03: Etwa Verwendung alter Hülze weil sie Ausdruck sind von als wenn das Ausdrucks von gelebtem Leben Hochschätzung des Alters oder des Gebrauchteins, diese Patina als wenn sie voller Geschichten ist.

00:06:21: Geschichten die letztlich in ihrer Summe das Leben ausmachen.

00:06:25: also hier wird es so.

00:06:26: ich habe immer das Gefühl von Echtheit, Authentizität.

00:06:29: ja so ist das.

00:06:30: Das ist alles im Schwange und nichts ist vollkommen kontrollierbar nicht beherrschbar und nichts können wir festhalten.

00:06:38: Ja, also wenn man eben die Schönheit des Unvollkommenen akzeptiert.

00:06:43: Da geht es ja häufig auch diese Brüche im Leben oder in Beziehungen zu akzeptieren und zu sehen dass nicht alles immer so glatt durchlaufen muss sondern das ist vielleicht gerade dann schön wird wenn da mal ein Bruch stattfindet oder eine Katastrophe aus der man sich selbst wieder rauszieht oder andere helfen einem eine Krise zu überwinden Aber einfach zu akzeptieren, dass die kommen und auch dann versuchen da eine gewisse Schönheit drinzu entdecken.

00:07:13: Und ich glaube dafür ist diese Kinzugi-Karamek eben so ein Beispiel, das wenn man diesen Bruch mit einer Goldfuge feiert.

00:07:21: Genau das sind diese Brüche, die sind so wahr finde ich!

00:07:27: Weil kein Mensch ist ohne Brüchen – gerade an den Brüchern zeigt sich so vieles So viel es vielleicht auch widersprüchlich ist, was das Leben charakterisiert.

00:07:38: Es erinnert mich an die wichtige Kategorie der Grenzsituation bei Karl-Jassbos.

00:07:44: Er hat gesagt, in Grenzssituationen am Rennen, wenn wir nicht mehr weiterkommen oder eine Grenze erreichen, da zeigt sich unglaublich vieles und da spielt sich viel vom Leben ab.

00:07:55: Deshalb ist das wie so eine ständige Mahnung an die Vergänglichkeit, an die Lebendigkeit auch.

00:08:02: An dass Ständige werden und vergehen.

00:08:05: Wie es im alten Rom, wenn ein Kaiser in Triumph feierte oder einen Sieg gefeiert hat dann ging ja immer ein Sklave neben dem Herrscher dahin und flüsterte ihm ins Ohr.

00:08:18: Gedenke der Vergänglichkeiten.

00:08:20: also er soll jetzt nicht in dem Erfolg übermütig werden.

00:08:24: Es bleibt immer so oder es ist ganz selbstverständlich.

00:08:27: und da kommen wir auch zu dem Punkt dieses Bewusstsein der Vergänglichkeit, der Brüchigkeit, der Unvollkommenheit.

00:08:36: Das unterstützt auch sehr... eine Haltung der Bescheidenheit, Demut und Dankbarkeit.

00:08:43: Und das sind so wichtige Kategorien für ein erfülltes, für ein schönes, für gutes Leben dass man das so annimmt.

00:08:50: Ja sagt zu!

00:08:51: Der eigene Vergänglichkeit ist so wichtig im Leben als wenn es sein Ausdruck davon ist.

00:08:57: Bewusst zu sagen ich will diese Vergänglichkeiten nicht bekämpfen.

00:09:02: also klar alles verändert sich Körperbeziehungen Erfolg Lebensphasen Da ist überall so ein Quentchen Vergänglichkeit mit drin.

00:09:11: und jetzt mal, wenn man beim Körper beim offensichtlichsten anfängt.

00:09:14: Klar wo wir hier sitzen in unserem Vorort gibt es glaube ich mittlerweile fünf oder sechs Schönheitschirurgen oder ästhetische Mediziner.

00:09:24: aber ich würde sagen das ist besser loszulassen anstatt zwanghaft an so diesem Schönheitsideal der ewigen Jugend festzuhalten und zu akzeptieren, okay auch gute Frisuren sind vergänglich.

00:09:37: Ja ganz typisch!

00:09:38: Also unsere Zeit hat es so nötig mehr Haltung von Sabi Sabiden.

00:09:44: also wir hatten eine Serie über das lange Leben oder die Suche nach Unsterblichkeit die tatsächlich jetzt ja in manchen Technikzentren, an denen man arbeitet oder die Schönheitschirurgie ist auch ein gutes Beispiel.

00:09:59: Wabi-Sabe ist das Gegenkonzept?

00:10:01: Nein!

00:10:01: Die Natürlichkeit, das Wachsen, die Falten im Gesicht erzählen Geschichten und sind schön.

00:10:07: Und ich dachte tatsächlich daran in der Vorbereitung unseres Podcasts, dann dachte ich auch an solche Gesichter... die schon ältere Gesichter, viele Falten vielleicht sogar zerknittert sind.

00:10:23: Aber wo die Seele gereift und gewachsen ist und wo das plötzlich dieses älteren Gesicht unglaubliche Schönheiten, einen großen Reiz oder eine große Ausstahlung gewinnen?

00:10:33: Weil wir spüren da ist gelebtes Leben drückt sich aus!

00:10:38: Tausende von Geschichten.

00:10:40: Und was ich meine, das Schöne an dem Bewusstsein der Vergänglichkeit ist ja genau das Gegenteil, dass wir da Teil haben an der Ewigkeit in dem wir erkennen, dass alles vergänglich ist aber auch... In dem vergehen Platz macht für was Neues, das ist es ja.

00:10:57: Dadurch ist die Vergänglichkeit ein Teil der Ewigkeit.

00:11:00: Lehm ich Wandel?

00:11:01: Lehm' ich Bewegterwande?

00:11:03: Bewegte Ewigkeit!

00:11:05: Die ist ruhig als Ewigkeit aber sie ist in sich bewegt weil sich die Dinge austauschen.

00:11:10: Die Natur jedes Frühling... schickt sie ein neues Leben in seinen Lederherbst, jeder Winter nimmt es wieder weg.

00:11:17: Das ist so wahr.

00:11:18: das kann man auch in unsere Lebensbiografien, in unseren Alltag ständig erfahren.

00:11:25: und es ist wie ja dazu sagen Ja zum Leben sagen In seiner Authentizität, in seiner Echtheit, in seinem Wandel, in seine Vergänglichkeit.

00:11:36: Und so musst du das Leben lieben, wenn du es so liebst dann gelingt leben.

00:11:39: Wenn du es verdrängst und irgendwie diese Sehnsucht nach Unsterblichkeit erschöne als Chirurgien oder es muss etwas Neues her, etwas Kaputes wird weggeschmissen oder etwas was Patina angesetzt hat wird durch was Neues ersetzt.

00:11:53: Das ist wie eine Flucht vor dem Phänomen der Vergänglichkeit.

00:11:58: Dabei ist die Vergänglichkeit Die Epikur sagte, dass uns die Götter nur eine begrenzte Zeit gegeben haben.

00:12:06: Das ist gerade der Grund, dass wir das Leben so lieben und genießen können.

00:12:10: Eben!

00:12:10: Die Vergänglichkeit ist der Grund.

00:12:12: Und als hätte man das nicht erkannt... Und dann vergeht einem sehr vieles, weil Wabi Sabi hat ja auch viel zu tun mit Senbo-Dies.

00:12:20: Mit dem Schätzen des Augenblicks, weil der einmalig ist und mit dem Verzicht darauf etwas festzuschreiben, zu besitzen oder etwas dauerhaft zu machen oder zu planen oder zu kontrollieren und das ganze Leben so festzuzurren.

00:12:35: Nein!

00:12:36: Der Senbo Dies lebt von Tag zu Tag.

00:12:38: Das was er macht, macht er hundert Prozent.

00:12:40: Was danach kommt weiß er gar nicht genau gut.

00:12:43: Er ist nicht unbesonnen.

00:12:44: Er hat natürlich Pläne auch für morgen, aber er hängt da nicht so dran.

00:12:48: Wichtiger als die Plänen ist die Präsenz im Augenblick dass hier sein das Vollkommen da sein.

00:12:55: gerade inzwischen menschlichen Bereich ist es so wichtig dass ich ganz bei dem anderen bin wenn ich mich mit ihm unterhalte dass ich meine Seele zeige und nach der Seele des Anderen spüre und den Moment wo sie sich begegnen erlebe genieße wahrnehme.

00:13:09: überhaupt wach seien dafür Und das hat alles damit zu tun, diesen Wandel ergreifen.

00:13:16: Die festhalten in einer gewissen Hinsicht diese Momente der Vergänglichkeit und das drückt sich in Wabi Sabi so aus gerade in der Ästhetik auch wo dieses vergängliche Moment des Vergänglichen als etwas Schönes erlebt wird und festgehalten wird.

00:13:30: Das will ich als Letztes noch erwähnen.

00:13:34: Seit Jahren schon mag ich es Kaufigkeit Blumen so, auch gerade wenn Seminare sind oder auch wenn nicht Seminaren sind.

00:13:41: Aber jetzt sind die verwelkt, ja da erruhe mich die nicht ab.

00:13:44: Sondern dann lasse ich die manchmal noch ein Monat stehen weil ich mag das wenn die Blätter so fallen wie die Köpfe wissen... Da kriegen sie so ganz eigene Gestalten und das fand ich schon immer schön!

00:13:55: Als ich dann gehört habe von Wabisabe, da hab' ich verstanden warum ich das so schön fand.

00:14:00: Mit Blumen, die man sich in die Wohnung stellt, geht es mir nicht so.

00:14:02: Aber mir geht's im Winter, also Herbstwinter, dass man da nicht die Blumenbete komplett abrasiert, sondern das man da eben im Winter dann noch was stehen hat.

00:14:13: Also was verwägte getrocknete Blumen da noch stehen.

00:14:16: Das finde ich schön!

00:14:18: Was ich da noch mitgenommen habe bei Wabi-Sabi, ist dass man auch die Einfachheit als Qualität entdeckt.

00:14:26: Dass man nicht immer schaut wie kann und da fällt mir das Beispiel ein.

00:14:31: es gibt ja dieses Ideal des Smart Homes.

00:14:35: alles ist computer programmiert deine Chalosien fahren automatisiert hoch und runter je nachdem wie die Sonne steht Und das Licht wird passend dazu gedimmt.

00:14:44: Das stresst mich.

00:14:45: aber ehrlich gesagt, also ich liebe es.

00:14:47: wenn bei meinen Eltern zu Hause im Haus war hatte jedes Fenster diesen Gurt mit dem man die Schalusin hoch und runter ziehen konnte.

00:14:54: Es ging schnell, es ging einfach, es hat sich nichts verkannte, da stand nicht Programmierfehler im Display.

00:15:03: schwierige Entwicklung, was Teil der Digitalisierung ist die auch viele positive Aspekte hat logisch.

00:15:08: Aber dieses eigentlich ganz einfache Prozesse auch noch zu automatisieren und zu optimieren finde ich unnötig.

00:15:21: klassischen Chalousinegurt, die Chalosin entweder macht sie hoch oder macht sie runter.

00:15:26: Nutzt eine vorhandene Muskelkraft dafür und braucht keinen riesen Computer der nach fünf Jahren keine Updates mehr bekommt.

00:15:33: also das finde ich die Einfachheit die manchmal in der Moderne verloren geht unnötigerweise

00:15:40: ja in der Komplexität.

00:15:42: und nicht nur Die Einfachheit, sondern auch das Wesentliche.

00:15:46: Einfachkeit kann ja auch sein eine Verdichtung auf das Wesentliche.

00:15:50: Ich liebe deshalb auch einen ganz typischen, sind sie auch im Symbolismus.

00:15:55: ich liebe ganz einfache Hausarbeiten und mache die dann wie in einer Art von Meditation als wenn ich sozusagen so funktioniert Natur als wenn nicht die Natur in mir lebe.

00:16:06: Es gibt viele philosophische Richtungen aus der Antike oder Weisheitsleeren, die gesagt haben, lebe Natur gemäß.

00:16:14: Die Historiker, die Dauristen und das heißt so einfach wie die Natur zu schaffen, zu nehmen zum Erblühen zu bringen man hört sich nicht, es gibt keine Anweisung es gibt auch keine Technik in der Natur Und ich denke Das sollte jeder in seinem Leben auch die Natur pflegen.

00:16:32: Erst einmal, in der Natur sein – das macht schon glücklich!

00:16:36: Aber dann auch wie die Natur leben ist ein wichtiges Mittel zur Zufriedenheit zu kommen und zur inneren Ruhe zum Wesentlichen vordringen.

00:16:45: Und da werden wir doch manchmal Zerstreuung vermeiden oder zerstreut auseinandergerissen.

00:16:51: Oder wir gehen in Technik auf typisch wie diese Smartphones Kommunikation verändern.

00:16:58: den Kindern und wie die dann darunter leiden, wenn das plötzlich nicht mehr einfach von Angesicht zu Angesichts vom Unmittelbahn aufeinander reagieren stattfindet sondern in einem virtuellen Raum.

00:17:10: Unnatürlich.

00:17:12: Und ja, da ist ein sehr starker Zug den mag ich sehr.

00:17:15: deshalb ist auch die Nähe von Wabi Sabi und Sen dieses einfache zurückkommen auf das Wesentliche und Ausgrenzung.

00:17:25: Nein sagen zu einer Tendenz der Zerstreuung oder Komplexität der technischen Möglichkeiten, ich liebe die technischen Möglichkeit aber es kommt auf ihren Gebrauch an.

00:17:38: Das Wichtigste ist findet nicht dort statt in der Technik.

00:17:42: das wichtigste findet im Zwischenmenschlichen in der eigenen Seele statt und in der Äußerung deiner Persönlichkeit im alltäglichen Leben in einfachen Verrichtungen.

00:17:54: Essen machen, essen genießen im Zusammensein und vielleicht auch in der Pflege des eigenen Lebensraumes.

00:18:01: Ich spreche ja gerne von Seelengarten.

00:18:03: das ist nur ein Bild.

00:18:04: aber in diesem Bild steckt auch die Einfachheit.

00:18:07: da ist Erde, da sind Blumen oder Samen, da bist du mit deinen Händen?

00:18:11: Vielleicht hast du noch ein kleines Werkzeug Und Du gestaltest im Grunde das was dann da hervorgeht ganz einfach In der Gartenerbeit.

00:18:20: Da gibt es jetzt auch schon technische Geräte.

00:18:22: Aber wesentliches findet da einfach mit der Hand statt, indem man den Boden gereift.

00:18:26: also in nichttechnischen Geräten und ich liebe das... Ich nutze die Technik weil sie mir vieles erleichtert aber mein eigentliches Wesenleben findet dort nichts statt sondern wenn ich die Techniek abgeschaltet habe In meinen Büchern findet sich auch immer ich erinner mich an mein erstes Buch Wie lebe ich ein gutes Leben Die Letzten?

00:18:45: Letzten Kapitel ist Einfachheit.

00:18:49: Wenn du den ganzen Weisheit, wie ich umschritten habe, wenn du deine Persönlichkeit optimal entwickelt hast sollte das Leben... einfach werden, auf wesentliches zurückzuführen sein und in diesem Wesentlichen sich sammeln.

00:19:03: Zerstreuung vermeiden.

00:19:06: Nein sagen zu den vielen, vielen Möglichkeiten die dich aus deiner Mitte entfernen um dich ganz in der Geborgenheit deines inneren Einzunisten und daraus zu leben.

00:19:18: Dann trittst du raus dann hast du zwischen Menschenbeziehungen da machst du deine Arbeit aber dann bist du ganz da.

00:19:23: Dich überall mit hinnehmen oder deine Mitte überall mit hinein.

00:19:27: Das geht nur auf den Weg von einfachen, auch Multitasking ist eine typische Tendenz auch dieses gerade zu verhindern.

00:19:35: Letztlich geht es doch da was du beschreibst um das Thema Ruhe finden statt alles ständig optimieren zu wollen.

00:19:43: also letztlich die Frage muss wirklich alles immer effizienter schöner oder erfolgreicher werden?

00:19:48: und wahrscheinlich antwortet Wabi Sabi eher nicht, vielleicht genügt manchmal auch das Unperfekte.

00:19:55: Und das zu akzeptieren oder das auch umzusetzen im Alltag ist natürlich keine so einfache Übung weil man natürlich immer wieder angehalten wird und sieht okay der Nachbar hat einen perfekten Rasen.

00:20:05: was muss ich denn machen?

00:20:07: also nicht dass ich perfekter Rasen schön finde aber trotzdem ist es ja sowas was einem von drüben grün anleuchtet da aber immer wieder zurückzutreten und zu sagen nee ich find's gerade schön ein unperfektem Magerrasen zu haben.

00:20:21: Der Löbenzahn ist wichtig für die Bienen und das so aufs Leben zu blicken, da die Schönheit im Unperfekten zu finden.

00:20:31: Also ich liebe Ordnungen und ich mähe nun auch meine Rasen hin und wieder und es sieht sehr schön aus wenn er gemäht ist.

00:20:38: Ich glaube Wabi Sabi sagt nicht dass das jetzt so schlecht wäre.

00:20:40: sie haben ja im Sen kennt ihr ein wunderbar geordneten Garten.

00:20:45: also Ordnung und Pflege ist glaube ich sehr wichtig.

00:20:48: aber Sie sagen Man darf da nicht perfekt werden wollen und man darf damit nicht so bestimmte Dinge des lebendigen Wachstums oder eben der Vergänglichkeit auch gleich mit wegsanieren, in Ordnung bringen.

00:21:05: Also man sollte einen Raum lassen also man sollte der Ordnung dem Ordnungswillen Grenzen setzen im Perfektionismus das alles... Auch das Funktionieren, so ein wichtiges Wort.

00:21:18: Wabi Sabi, wenn ich das richtig verstanden habe, liebt auch das Nichtfunktionale sehr und bei uns in unserem modernen Welt geht alles nach Nutzen es muss alles eine Funktion haben Und da sehe ich dann Wurzeln im Babisabi genauso wie im Senen, im Dausismus.

00:21:35: Dieses Absicht dieses Gestalten dieses Eingreifen Im Hinblick auf die menschlichen Interessen Auf selbstbezogenen Interessen auch Bedürfnisbefriedigung Wenn das Überhand nimmt wenn das alles besetzt dann fehlt da was.

00:21:48: Dann fehlt da so ein leerer Raum wo nix passiert und wo Natur sich entfalten kann Wo man Platz lässt auch Sich auf der Spontanität zu hören.

00:21:59: Und das hat viel damit zu tun, auch hin und wieder Dinge zu genießen und wertzuschätzen die nichts Funktionales haben.

00:22:08: Die nicht umzu sind sondern einfach so da sind wie ich sitze von der Blume umzu Ich sitze da einfach und schaue mir die Blume an oder ich genieße den Augenblick dass versuche das umzu funktionale vollkommen auszuklammern zu vergessen Zu leben ohne To-do Liste immer mal momenthaft.

00:22:28: Beides musst du gut miteinander verbinden, das ist auch so eine Ordnung deines Lebens.

00:22:33: Auch durchaus ziehgerichtetes Tune in der wirklich... Das ist sehr wichtig zum Überleben aber auch zur Entfaltung deiner Kräfte, Wirkkräfte in die Gesellschaft hinein.

00:22:44: Aber immer wieder den Rückzug in das Nichts zu suchen oder in deine Mitte, in die Lehre und dann den Augenblick sein sich entfalten lassen und den zu genießen.

00:22:54: Und das hat sehr viel mit nicht Funktionalität tun, also dass ich auch Dinge mache ohne irgendwelche Hintergedanken.

00:23:02: Ohne irgendetwas damit zu erreichen sondern einfach um das sein, sein zu lassen und zu leben.

00:23:09: Wir haben jetzt sehr viel gesprochen über Dinge und wie sie sein können, wie man sie akzeptiert.

00:23:16: ganz wichtig finde ich aber eben auch den Blick aufs eigene Leben und auf eigene Schwächen, Wespa mit Patina schön findet, sondern dass man auch seine eigene Patina und seine eigenen Schwächen nicht Funktionalitäten eben auch wertschätzt.

00:23:34: oder aber das ist jetzt die Frage an dich.

00:23:36: Wenn man so Selbstreflektion betreibt identifiziert man ja bestimmte Schwächen Meinetwegen Vergesslichkeit oder nicht fehlende Konsequenz im Fertigstellen von Arbeiten.

00:23:50: Das kann ja eine Schwäche sein, wo man das Gefühl hat es gibt so viele unerledigte oder unfertige Projekte in meinem Leben.

00:23:57: was mache ich damit?

00:23:59: Mit dem Wabi-Sabi-Blick könnte ich da jetzt draufschauen und sagen auch ja ist eigentlich ne schöne Facette an mir dass sich Sachen nicht zu Ende bringen manchmal Oder aber kann ja trotzdem, also wie entscheide ich?

00:24:11: An welcher Schwäche arbeite ich und welche liebe ich zukünftig.

00:24:16: Gute Frage, gute Aspekt!

00:24:18: Ja erst einmal ist es sehr wichtig, man sagt das sei mit der tiefste Aspekt von Wabi Sabe und hier berührt sich natürlich ganz eng mit der praktischen Philosophie dass man seine eigene Unvollkommenheit akzeptiert.

00:24:32: Das ist schon mal wichtig.

00:24:33: Ich sage da einleitend Das ist der wesentliche Kern, das erkenne dich selbst im alten Griechenland.

00:24:39: Nimm dich so an wie du bist mit all deinen Schwächen!

00:24:42: Aber da haben wir wieder diesen Konflikt zwischen Ordnung schaffen auch zwischen planvoller Lebensgestaltung was ja wichtig ist und darüber nicht vergessen sollte Akzeptieren des Unvollkommenen, des Wachsenden und des Lebendigen.

00:25:01: Auch da würde ich sagen man sollte sich in seinem Leben immer darum bemühen den Seelengarten in Ordnung zu halten oder in Ordnung zu machen.

00:25:11: Und das sollte man auch wirklich Zeit drauf verwenden und Energie.

00:25:17: aber Man muss sich keine Gedanken zu machen, dass jetzt Wabi-Sabi darüber geht.

00:25:22: Zu kurz kommt.

00:25:22: immer bleibt ein unvollkommener Mensch das Bewusstsein für die eigene Unvollkommen und wenn die da dann werde ich sehen, dass ich vielleicht Fortschritte mache aber bestimmte Dinge auch immer wieder so mache also mensch bleiben das heißt bleib unvollkommen in deinen Bestreben dich dem Ideal eines weisen Menschen oder eines gelingenden Lebens anzunähern.

00:25:45: Das kommt von selbst, weil wir eben das gar nicht werden.

00:25:49: Es bleibt immer ein Rest aber wir müssen den jetzt nicht pflegen es sei denn er stört uns nicht wenn wir sagen ja ich habe da hier so meine das sagt auch jeder von sie so manche Marotten die niemanden wehtun einem selbst auch nicht aber die auch nicht so perfekt sind und manchmal sagen wir ich kenne mich so dass ist meine schwäche.

00:26:08: Und dann ja und akzeptieren, an der brauchen wir da nicht zu arbeiten.

00:26:11: Aber es gibt eine Menge Dinge die einem wehtun oder mit denen man anderen wehtut.

00:26:15: Da sollte man da nicht nachlässig sein sondern ist also neben dem Akzeptieren des Vergänglichen das Unvollkommen des Nicht-perfekten.

00:26:24: dort wo man sich entwickeln kann Wenn man etwas Gutes für sich und andere tun kann, sollte man es auch tun.

00:26:31: Und mal beides miteinander verbinden.

00:26:33: Wie gesagt der Mensch geht nie verloren.

00:26:35: wenn ich richtig Philosophie betreibe und mich Idealen durchaus annäher oder nach idealem Leben im geistigen Leben Wenn ich das richtig mache bleibe ich immer mensch und mensch ist mit Brüchen ist immer mit dem Unvollkommenheit Ich mache immer wieder Fehler und Ja dazu sagen.

00:26:55: ja dass ist eben so.

00:26:57: Mir geht das, jedenfalls.

00:26:58: Ich habe vieles an mir verändert und ich fühle mich sehr wohl damit.

00:27:03: Ich hab mich vieles mehr abgewöhnt was mir geschadet hat.

00:27:07: aber hier entdecke jeden Tag auch dass ich Mensch geblieben bin und auch Fehler mache.

00:27:12: da fällt mir das Confucius Zitat ein.

00:27:14: der war ja natürlich noch eine ganz andere Kategorie und er sagte mal ja also Was das Wissen übermaßt und Mitte angeht, macht mir so schnell keiner was vor.

00:27:24: Aber mich jeden Tag daran zu halten fällt mir schwer oder fällt mir auch schwer.

00:27:29: Also das Eingeständnis... Man muss sich jetzt nicht bremsen in dem Willen, sich ständig jeden Tag ein bisschen weiser zu werden und sich fortzuentwickeln.

00:27:40: Denn du bleibst Mensch!

00:27:41: Wenn Du dich davon nicht abhebst in einen Wissensdünkel und vergisst demütig zu sein und dem müde ich dich als Mensch zu erkennen, der da immer noch Unvollkommenheiten hat.

00:27:56: Wenn dir das nicht passiert dann wird der Mensch immer mit dir gehen er wird dich begleiten und werde auch immer daran erinnern dass du dich noch so sehr bemühen kannst.

00:28:04: hin und wieder wirst du auch mal daneben treten oder etwas falsch machen.

00:28:07: Und in der Tat wenn ich das so sehe sage Und irgendwie kommt so eine kleine Freude auf, siehst du?

00:28:14: Du bist auch noch ein Mensch.

00:28:15: Du bist nicht besser als die anderen und das finde ich in schöner Erkenntnis.

00:28:19: Die beruhigt mich aber man sollte sich dadurch nicht die Kraft nehmen lassen an einer Verbesserung zu arbeiten.

00:28:25: gleichzeitig.

00:28:25: Ich meine es geht bei!

00:28:26: Das finde ich durchaus... Unter einem Hut.

00:28:29: Wir sind eben Mensch und Philosoph.

00:28:32: Also wir haben etwas Geistiges, etwas Ideales, etwas Unvergängliches in uns so.

00:28:37: Haben die Alten das verstanden?

00:28:39: Der Anteil an der Vernunft aber dem Gefängnis des Körpers, der Menschlichkeit entkommen wir nicht solang wir leben.

00:28:47: Und das ist auch gut so!

00:28:48: Ich sage ja zu Menschen gleichzeitig und da rausfolgt dann eine wichtige Fähigkeit sich selbst und anderen verzeihen zu können.

00:28:59: In diesem Sinne würde ich sagen, wir haben wahrscheinlich bei Weitem nicht alles zu diesem Thema Wabi-Sabi heute besprochen aber zumindest schon mal paar zentrale Themen gestreift.

00:29:10: es ist halt eine unperfekte Folge aber auch darin liegt ja viel Schönheit.

00:29:15: Albert, ich danke dir für deinen Input und deine Einordnung zu diesem thema Wabi Sabi.

00:29:20: euch Danke fürs Zuhören und eure Zeit und bis zum nächsten Mal macht's gut!

00:29:29: und der Kern.

00:29:30: Der Philosophie-Podcast zu den Fragen des Lebens mit Dr.

00:29:35: Albert Kitzler.

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