#211 Warum wir wieder lernen müssen, miteinander zu sprechen.
Shownotes
„Die Fähigkeit, auch im Streit die Würde des anderen anzuerkennen, ist vielleicht die wichtigste Form der Höflichkeit.“ (Pierrot Raschdorff)
Unsere Gesellschaft wirkt zunehmend gereizt. Politische Debatten verhärten sich, soziale Medien belohnen Zuspitzung und viele Menschen haben das Gefühl, schwierigen Gesprächen lieber aus dem Weg zu gehen. Doch wie können wir miteinander im Gespräch bleiben, wenn wir unterschiedlicher Meinung sind? Und welche Rolle spielt die alte Tugend der Höflichkeit dabei? Erst recht, wen wir sie nicht als starre Etikette, sondern als innere Haltung verstehen?
In dieser Pudelkern-Folge sprechen Albert und Jan mit dem Politikwissenschaftler und Autor Pierrot Raschdorff über sein neues Buch „Die neue Höflichkeit“. Gemeinsam gehen sie der Frage nach, warum eine respektvolle Streitkultur für Demokratie und Zusammenleben unverzichtbar ist, weshalb Zuhören oft wichtiger ist als Überzeugen und wie Rituale, Smalltalk und echte Begegnungen Brücken zwischen Menschen schlagen können. Dabei wird deutlich: Höflichkeit bedeutet nicht Anpassung oder Konfliktvermeidung, sondern die Fähigkeit, auch im Dissens die Würde des anderen zu achten und im Dialog zu bleiben.
Weitere Informationen unter www.pudel-kern.com
Besprochene und zitierte Philosophen dieser Folge:
Aristoteles, Seneca, Konfuzius, Jean-Jacques Rousseau, Goethe
Weiterführende Links:
- „Höflichkeit: Warum es uns selbst so glücklich macht, höflich zu anderen zu sein“. Beitrag des Bayerischen Rundfunks über die psychologischen und sozialen Wirkungen von Höflichkeit. Der Artikel zeigt, warum freundliches Verhalten Vertrauen schafft, Konflikte entschärfen kann und nicht nur dem Gegenüber, sondern auch uns selbst guttut.
- „Mehr Höflichkeit und Taktgefühl“: Beitrag auf Ethik heute über die Bedeutung von Takt, Rücksicht und respektvoller Distanz im Umgang miteinander. Ausgehend von den Gedanken des Philosophen Martin Scherer zeigt der Artikel, warum Höflichkeit weit mehr ist als gute Manieren: Sie hilft dabei, Grenzen zu achten, Verletzungen zu vermeiden und in einer zunehmend egozentrischen Gesellschaft respektvolle Beziehungen zu gestalten.
- „Die neue Höflichkeit“ Pierrot Raschdorffs‘ aktuelles Buch.
- Website von Pierrot Raschdorff.
Transkript anzeigen
00:00:03:
00:00:14: Hallo und herzlich willkommen, liebe Freundinnen und Freunde der Philosophie und der Lebenskunst.
00:00:19: Und der neuen Höflichkeit bei Der Pudel und der Kern!
00:00:23: Ich sage heute auch Herzlich Willkommen Pierrot Raschdorf bei uns im Gespräch.
00:00:28: Wir haben den Pierrot heute eingeladen um eben über seinen Thema die Höflichkeit als Kulturtechnik, aber vor allem auch aus Haltung zu sprechen und wir freuen uns dass du da bist und das mit uns vertiefst.
00:00:40: Vielen vielen lieben Dank für die Einladung!
00:00:42: Und natürlich ja auch herzlich willkommen und hallo Albert!
00:00:46: Dann steigen wir doch mal ein in dieses Thema was ja eigentlich nicht ganz neu ist zum Glück weil die Höfligkeit ja auch schon seit Mehreren Jahrhunderten offensichtlich etwas war, was so das Zusammenleben der Menschen, also man hat sich dann zum Beispiel über den Knickeradgeber Formen gegeben.
00:01:06: Verhaltensmaßnahmen benimmregeln gegeben die ja vom höflichen Bitte bis die Tür aufhalten relativ klar definiert waren wie man gut zusammenlebt.
00:01:18: darum geht es hier aber nicht in erster Linie Pirot dass man dem jetzt ein reines Update gibt, sondern du findest das Höflichkeit eine Art neues Betriebssystem für einen Zusammenleben in einer sehr angespannten Gesellschaft.
00:01:33: Eine angespannte Situation sein kann.
00:01:35: Vielleicht erläuterst Du uns einfach mal bevor ich es falsch zusammenfasse was Dein Ansatz von der neuen Höfigkeit genau sein kann?
00:01:41: Ja lieben danke.
00:01:42: erstmal!
00:01:44: Es ist gar nicht so... Es ist gar nicht falsch.
00:01:47: Beziehungsweise gibt es da jetzt die alte Höflichkeit, die ich kritisch sehe und die sogenannte neue Höfigkeit.
00:01:54: Das ist beides letztendlich richtig und berechtigt.
00:01:59: Ich kam auf die neue Höfligkeit und deswegen heißt das Buch auch so, weil ich den Begriff versucht habe ein wenig weiterzudenken.
00:02:10: genau wie du sagst verändert sich, hat sich verändert sie schneller geworden.
00:02:16: Wir sprechen gerne über Polykrisen.
00:02:19: wir sehen welche Auswirkungen es hat.
00:02:22: Wir erleben sehr viele Menschen die ein Gefühl von Ohnmacht haben.
00:02:27: Wir kennen in Teilen die Zahlen von Einsamkeit.
00:02:30: das fühlen sich in diesem Land sehr sehr viele menschen einsamen vor allen Dingen auch in der Jugend was wie ich finde sehr bedenklich ist Und ein für mich wichtiger, eine wichtige Motivation war.
00:02:46: Bei meiner Lesereise von meinem letzten Buch kamen viele Menschen auf mich zu die sagten ich weiß nicht mehr wie ich mich in schwierigen politischen Diskussionen.
00:03:00: was kann ich noch sagen und wie kann ich es richtig sagen?
00:03:05: Ein Gedanke war bei mir... Ich glaube wenn wir ein Stück weit höflich einfach miteinander sind, dann ist es gar nicht so wahnsinnig schwierig.
00:03:13: Dann können wir diese Sprachlosigkeit auch relativ einfach auflösen.
00:03:19: Es ist also auch sozusagen die neue Höflichkeit ein Stück weit eine Erinnerung an vielleicht etwas was wir vergessen haben.
00:03:28: Ich glaube, wenn ich jetzt an so eine schwierige Situation denke, sei sie politisch oder wo man ansonsten einfach nicht zusammenfindet mit einem anderen Menschen.
00:03:36: Wo man erstmal das Gefühl hat, ja das sind das für Vorstellungen Dann geht es doch auch um eine innere Haltung, dass man versucht in Verbindung zu bleiben.
00:03:44: Egal wie unterschiedlich man auf bestimmte Themen schaut und dem anderen auch in einem Streit oder einer heftigeren Diskussion nicht das Recht abspricht, eine eigene Sichtweise zu haben oder dass man selbst vielleicht auch nicht die Haltung hat Ich weiß es, ich bin derjenige, der die richtige Meinung vertritt.
00:04:04: Exakt!
00:04:06: Würde ich jetzt nicht anders sagen?
00:04:07: Es ist eine Frage von Haltung, so würde ich den Begriff deswegen neue Höflichkeit auch mit unter anderem definieren.
00:04:16: Es ist ein Frag von Haltung und eine Art Kulturbegriff.
00:04:21: Ich habe ihn ein wenig weiter gedacht, so würd'e ich sagen, denn ich glaube... Wichtig für das worüber ich nachgedacht habe, dass es eben nicht um starre Regelungen geht.
00:04:33: Es gibt keine sogenannte Etikette, womit ja Höflichkeit oftmals in Verbindung gebracht wird.
00:04:38: und dann genau wie du sagst ist hier eine Frage von Haltung.
00:04:42: Und die Haltung ist auch nicht Konfliktvermeidung oder Anpassung?
00:04:49: die Fähigkeit auch im Streit, die Würde des anderen anzuerkennen und sei sie noch so weit erstmal seine Meinung erst mal noch soweit von uns entfernt.
00:04:57: Also nicht weniger Streit sondern besserer Streit eigentlich oder höflicher Streit vielleicht?
00:05:03: Ja also überhaupt für sich erstmal anzunehmen dass wir in eine Diskussion gehen können.
00:05:08: ich muss jetzt gar nicht so sehr Streit ausgehen.
00:05:12: Das ist jetzt sehr viel decent, sondern letztendlich auch von einer normalen Diskussion über Politik.
00:05:18: es ist ja schon so ein bisschen schade dass wir derzeit wenn wir jetzt beispielsweise an den Stammtisch denken oder auch an das Familienfest dann sagt man Ja gemeinhin auf keinen Fall über politische Themen reden.
00:05:30: das ist ja eigentlich total schade diese Entwicklung dass wir sagen, wir können nicht mehr über gewisse Themen reden.
00:05:37: Wenn man das ja ein bisschen weiterspinnt, wissen wir es mittlerweile.
00:05:40: Man redet ganz gerne von der gespaltenen Gesellschaft die gar nicht so gespaltet ist.
00:05:44: was ich auch in dem Buch schreibe, was unter anderem viele andere Sozialwissenschaftler und Soziologen aufgeschrieben haben... keine allgemeine Spaltung unserer Gesellschaft gibt, aber das gewisse Themen wie Migration, Umwelt und andere große gesellschaftliche Themen dann doch dazu führen dass wir nicht mehr in ein vernünftigen Dialog gehen können.
00:06:07: Und da eine sogenannte Spaltung vorherrscht.
00:06:10: Vielleicht auch noch mal zur Einordnung.
00:06:12: also wir sprechen hier.
00:06:13: du hast jetzt schon mehrfach das Thema kommt vor, dass du da sehr soziologisch oder ja Auch kulturwissenschaftlich vielleicht auf deine Themen schaust.
00:06:22: Also du bist studierter Politikwissenschaftler, geborene Ostfriese, arbeitest in der Musikindustrie bei BMG, Bertelsmann Tochter und einer der großen Musikverlage oder wie sagt man Musiklabels?
00:06:35: Unternehmen ja!
00:06:36: Und beschäftigst dich aber jetzt schon eine ganze Weile mit dem Thema, ja wie können wir besser zusammenleben?
00:06:44: Wie überwinden wir vielleicht auch ne Spaltung in der Gesellschaft.
00:06:48: Auch weil du wahrnimmst dass sich da irgendwas zuspitzt gerade... Er muss nicht gleich ne Radikalisierung sein, aber immer ne Polarisierung zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen stattfindet.
00:07:02: Das ist ganz interessant!
00:07:05: Danke für diese Frage.
00:07:06: Weil mein letztes Buch, das heißt Schwarz-Rot Wir dreht sich ja behandelt über Diversität und vertritt die These, dass wir mehr Vorbilder brauchen, die mit Stereotypen brechen.
00:07:21: Man könnte also sagen es ist ein bisschen auch ein Vorgänger jetzt von dem aktuellen neuen Buch Die neue Höflichkeit.
00:07:30: Ich finde die Frage aus dem Grund interessant, weil ich mir in den letzten Tagen auch darüber viele Gedanken gemacht habe was mich eigentlich ganz intrinsisch tief in mir eigentlich antreibt.
00:07:40: Beide Bücher sind inhaltlich schon sehr anders sie sind auch komplett anders geschrieben aber Sie haben schon einen gewissen Kern eine gewisse Sehnsucht so würde ich sagen und ich glaube es ist ein bisschen in mir so eine Sehmsucht dass wir alle in einer heterogenen Gesellschaft gut zusammenleben können.
00:07:59: und was ich an mir schon bemerke, es verändert sich was.
00:08:03: Es gibt vermehrt Alltagsrassismus, es gibt irgendwie auch eine Art von Verrohung im menschlichen Umgang, im zwischenmenschlichen Umgang.
00:08:12: Und ja das sind so Fragen die mich antreiben mit dem Wunsch natürlich, dass wir da wieder mehr zusammensitzen können egal wie unterschiedlich wir dann auch sind.
00:08:22: Da möchte ich mal den Albert reinholen in die Diskussion.
00:08:25: Bei mir poppt jetzt gerade so ein paar Mal, was der Piroso beschreibt oder auch das, was ich beschrieben habe bei dem Thema Diskussionen diese Polarisierung.
00:08:33: da popt bei mir immer wieder dieses Zitat Ich glaube von Seneca war es wir sind alle kranke in einem Krankenhaus und keiner spiele sich als sein Arzt auf.
00:08:43: Das ist mir dabei eingefallen.
00:08:44: darum geht's doch aus philosophischer Sicht dass wir erstmal klar haben müssen, wir sind per se erstmal alle gleich.
00:08:51: Wir haben keinerlei, da ist nicht der eine weil er vielleicht die vermeintlich bessere politische Ansicht oder den besseren wirtschaftlichen Hintergrund hat.
00:09:01: Da ist niemand im Preh sondern wir müssten irgendwie schaffen dass wir uns auf Augenhöhe begegnen und die Verbindung zueinander aufbauen und nicht verlieren.
00:09:11: Richtig, also die Überheblichkeit sich überheben über andere Menschen.
00:09:15: Das war eine Todsünde.
00:09:20: Jetzt brauche ich mal einen Begriff aus dem christlichen Kontexte damals in der Antike so noch nicht da.
00:09:27: Aber das war eines der schlimmsten Dinge oder einer der Hauptfeinden eines guten harmonischen Zusammenlebens im alten Griechenland aber genauso in China und den Alten Indien Und umgekehrt, das Ziel war in all diesen Kulturen eine Gesellschaft aufzurichten die mitmenschlich miteinander umgeht.
00:09:47: Also das heißt erst einmal auf Augenhöhe und es hat sehr viel mit Respekt zu
00:09:53: tun, mit
00:09:53: Achtung der Würde.
00:09:54: und der Konfuzius bei dem diese Mitmenschigkeit, dieser Kategorie der Mitmenschlichkeit den obersten Wer darstellte, der meinte auch, oder man nennt das auch Güter im chinesischen und er meinte dann die Höflichkeit ist die Äußerung der Güte.
00:10:13: Also es braucht etwas Äußeres mit Menschlichkeit besteht aus verstehen wollen, den anderen hineinlassen und dazu brauche ich Brücken.
00:10:25: Ich muss an den andern herankommen.
00:10:27: Je näher, je mehr Seele in dem Gespräch auftaucht, in dem Miteinander auftaucht, desto besser ist Kommunikation, es so tiefer kann verstehen können kommen und das ist sehr wichtig.
00:10:41: die verstehen können und insofern ist diese äußere Form Konfuzios legte zurechter auf großen Wert.
00:10:49: Die ist die Brücke, über der ich dann wirklich Seele und Seele sich begegnen können und dass man den anderen spürt mit Gefühl hat – das ist die Grundlage bei Konfudios für ein gutes Zusammenleben.
00:11:03: Und die Form ist dabei sehr wichtig, weil die Form schafft die Brücken, über die ich gehe beispielsweise auch wenn Respekte und Höfigkeit ist ja einzig öffnen für den anderen, einen anderen Platz machen, dass er hereinkommen kann zu mir.
00:11:18: Und ich ihn dann sehe – umgekehrt
00:11:21: auch!
00:11:21: Das ist gelingende Begegnung.
00:11:26: Von daher ist das eine sehr schöne Spurhöflichkeit, die Äußerung der Güte.
00:11:31: Wenn ich gut sein möchte und mit meinen Menschen gut auskommen möchte, dann sollte es schon in der Form beginnen.
00:11:39: Die Form ist ein Reflex und eine Brücke und eine Ermöglichung von tieferer Kommunikation, von tieferem Mitsein, vom gefühlten Mitsein – von verstehen wollen bis hin zu verzeihen können.
00:11:53: Denn wir machen alle Fehler und das ist sehr wichtig in einer Gesellschaft, das zu erlernen.
00:11:58: Fehler oder falsche Meinungen auch hinzunehmen damit den Menschen nicht zu verurteilen.
00:12:03: Und dass alles geht über wenn ich die Form
00:12:05: war,
00:12:06: die gute Form.
00:12:07: wie gesagt gute Form es gibt ja auch Das ist in der Antike auch schon bemerkt worden Auch eine falsche Höflichkeit.
00:12:15: also bei Konfuzus steht auch einmal, also was er nicht braucht.
00:12:18: Die glatte Worte einschmeichelnde Minen und übertriebene Höflichkeit.
00:12:24: Also das ist alles mit Maso, bitte!
00:12:28: Aber dann ist die Höfigkeit eigentlich so dem Mittel oder sozusagen die Atmosphäre... ...die Aura in der Mitmenschlichkeit gelebt werden kann?
00:12:40: Du hast jetzt Konfuzius zitiert, ich zitiere jetzt mal Rastorf.
00:12:44: Der Mensch braucht Begegnung, Rituale und soziale Räume.
00:12:47: Ich glaube das führst du ja auch auf Aristoteles zum Teil zurück.
00:12:50: Das ist glaub' ich so... Wie ist denn das dann jetzt, wenn ich mir eben... Wir sitzen ja hier in Bayern.
00:12:58: Da war früher der Stammtisch, war genau so ein Ritual und ein sozialer Raum der Begegnung wo man auch mal bisschen hochhergehen konnte.
00:13:08: Und ich höre es aber immer häufiger dass das teilweise nicht mehr möglich ist Dass die Leute da nicht mehr zusammenkommen oder dass sich dann jetzt halt sei es politisch oder nach welchen Kriterien man da immer selektiert, aber dass da eher nur noch Leute zusammensitzen die eben nicht mehr in Streit kommen.
00:13:23: Oder die sich dann nicht höflich begegnen müssen weil sie einfach der gleiche Meinung sind.
00:13:30: also wie schaffen wir das denn auch mit anders denkenden Verbindungen zu bleiben?
00:13:35: Ich fange mal so und ich glaube so ist es am Anfang mit meiner eigenen Geschichte.
00:13:42: als ich nach München vor acht Jahren gezogen bin, kannte München nicht.
00:13:47: Ich komme aus dem Norden Deutschlands, aus dem hohen Norden, aus Friesland dann sehr lange in Hamburg gelebt und kannte jetzt quasi nur von Hörn sagen München und dachte mir ach so schlimm kann es ja nicht sein!
00:14:04: Für mich ganz wichtig um hier anzukommen war der Eintritt in einen Sportverein ganz klassisch, in einem ganz klassischen Verein mit all seinen... Ja auch Ritualen und Regeln, die es dort gibt.
00:14:22: Und Rollen, die man ja auch dann hat vom Sportwart, Jugendwart
00:14:26: etc.,
00:14:27: und den jeweiligen Sitzungen, die ist dort auch gibt.
00:14:31: Ich glaube gerade für mein Ankommen in München war es wichtig, weil man gerade in dieser Stadt wenn man im Ring wohnt sehr schnell in einer doch sehr homogenen Gruppe an Menschen sich befindet.
00:14:45: Ich ziehe nun mal auf eine gewisse soziale Struktur.
00:14:51: Und da war der Verein unheimlich wichtig, um München in seiner Gänze, würde ich sagen, kennenzulernen und die Vielfalt dieser Stadt und der Menschen kennen zu lernen.
00:15:02: Das ist jetzt natürlich nur ein sehr persönliches, sehr subjektives Beispiel aber ich glaube das gibt es in ganz vielen Regionen und Städten Deutschlands dass vor allen Dingen Vereine eine unheimliche Kraft inne wohnt, wo sich Menschen treffen und die permanent aushandeln müssen wie sie miteinander umgehen möchten.
00:15:19: Die einen kleinen gemeinsamen Nenner haben dann den Sport oder halt die jeweilige Aktivität.
00:15:25: Ich habe mir daher für das Buch auch mal angeschaut wir haben sich Vereine in Deutschland entwickelt Wir hat sich aber auch die sogenannte Kneipenkultur entwickelt Und da gibt es schon Veränderung.
00:15:38: Es ist nicht weg, es gibt noch sehr viele Menschen die das Ehrenamt wie man so schön sagt auch bekleiden aber es gibt schon eine strukturelle Veränderungen.
00:15:46: dann habe ich mir angeschaut wo trifft sich beispielsweise die Jugend?
00:15:50: Ich selber war sehr viel in einem Jugendzentrum was ja auch in der Grundidee eigentlich hatte dass junge menschen sich treffen und auf einer gewissen demokratischen Art und Weise versuchen selbst organisiert dieses ein Haus zu bespielen.
00:16:06: Jugendzentren gibt es im Osten Deutschlands sehr, sehr wenige aufgrund der Geschichte.
00:16:11: Und insgesamt stehen Jugendzentrumen stark unter Druck.
00:16:13: und wenn man sich die Sozialpolitik der letzten Jahre anschaut, muss ich niemandem erzählen dass jetzt gerade solche Zentren nicht gerade mit Geld beschenkt werden.
00:16:24: Das ist natürlich schade weil das sehr wichtige Orte sind wo man sehr viel lernen kann.
00:16:28: denn wo trifft sich jetzt die Jugend?
00:16:31: in sogenannten Malls oder bei McDonald's?
00:16:33: Weil das Internet sehr gut ist.
00:16:35: Du hast ja so eine konkrete Vorstellung, wie diese Höflichkeit neue Höfigkeit aussehen könnte.
00:16:41: Was würdest du denn so eben Jugendlichen auch empfehlen?
00:16:45: Würdest du sagen Wie lerne ich dann miteinander wertschätzend tolerant positiv umzugehen?
00:16:53: Auch wenn mir der Typ, den ich da gerade neu kennenlerne und der mir da was an Kopf geworfen hat vielleicht erst mal nicht sympathisch ist?
00:17:01: Das ist ganz schwierig.
00:17:03: Ich habe zu Beginn, als ich das Buch geschrieben hatte, mir gedacht, naja, ich schreibe ja keinen Ratgeber.
00:17:10: Es ist jetzt kein How-to-Buch sondern schon eher ein Debattenbuch.
00:17:15: auf der anderen Seite steckt natürlich wahnsinnig viel drin auf dieser Ratgebarebene worauf ich hinaus will.
00:17:23: die Neuhöflichkeit Das nicht, dass ich jetzt sage das und das musst du tun.
00:17:28: Und dann ist es richtig.
00:17:30: Es ist eher eine Erinnerung wie möchten wir oder welche Art von Mensch möchte ich eigentlich sein?
00:17:39: Das knüpft ein bisschen an was auch Albert gesagt hat.
00:17:44: Du hattest ja auch kurz gesagt über Ars Dothelis und die jeweilige Tugendethik reden in Deutschland sehr gerne über Tugenden Und da steckt ja schon eine Frage drinnen, welches Handeln habe ich, übe ich aus für ein gutes gelingendes Leben in einer Hydrogiengesellschaft.
00:18:07: Also das heißt du würdest sagen es geht darum... Es wird für sich grundsätzlich klarzukriegen, wie behandeln wir uns gegenseitig, obwohl wir verschieden sind.
00:18:17: Obwohl wir verschiedene Ansichten haben.
00:18:20: und es geht jetzt gar nicht so sehr darum, wie man dann ein Affront kontert wie man dem höflich begegnet, sondern erst mal wirklich für sich klarzukriegen.
00:18:31: Wie ist zukünftig meine Haltung gegenüber Menschen die auf den ersten Blick ganz anders sind als ich?
00:18:37: Exakt!
00:18:37: Ich glaube das wie auch schon zum Beginn gesagt es ist schon eine Frage der Haltung und eine Frage dessen wie ich gerne sein möchte also sprich auch eine Frage derselbst Reflexion sagt, wie möchte ich sein?
00:18:54: Was ist für mich gutes Handeln in dieser Gesellschaft.
00:18:59: Ich hatte jetzt vor wenigen Tagen meine erste Lesung eine Art von Preview-Lesung und da hat die Buchhändlerin gesagt, ich habe hier ein Buch gelesen Herr Rastoff und nachdem ich es gelesen hatte trieb mich die Frage um Wie verhalte ich mich eigentlich in der Gesellschaft.
00:19:16: Und was kann ich beitragen?
00:19:18: dass meine direkte Umgebung einen Stück weit in Anführungsstrichen besser ist.
00:19:23: Das fand ich irgendwie ganz schön, es ist eben kein Ratgeberbuch.
00:19:26: aber wenn es genau dazu führt dass Menschen über ihr eigenes Handeln nachdenken dann ist schon sehr vieles gewonnen und mehr ist das nicht so klein ist natürlich viel größer.
00:19:38: aber das ist wiederum ja auch genau mein Punkt.
00:19:41: man muss nicht gleich über das große ganze denken sondern bei sich anfangen.
00:19:46: Albert wie geht denn der Fortgeschrittene Philosoph damit um, wenn ihm jemand begegnet der so auf den ersten Blick vielleicht etwas eine ganz andere Sicht aufs Leben hat, der dich vielleicht auch nicht höf...der erstmal im ersten Schritt auch dir nicht erst mal nicht höffentlich begegnete.
00:20:03: Wie gelingt es dir dann positiv zu bleiben oder positiv mit ihm umzugehen?
00:20:10: Wenn ich das merke, dann wird mir bewusst.
00:20:12: Das sind so erste emotionale Gefühle.
00:20:15: Also Emotionen und Gefühlen werden immer durch Wahrnehmung geweckt.
00:20:20: Dann fällt mir die historische Psychologie ein.
00:20:22: Da muss man sehr vorsichtig sein.
00:20:24: diese Essen.
00:20:25: Das ist Erinnerungswuster.
00:20:26: Werden angesprochen, dass geht vegetativ-automatisch.
00:20:30: Und jetzt habe ich die Kraft zu bewerten.
00:20:34: Den folge ich oder den folge nicht?
00:20:36: Natürlich solche Vorurteile sind ganz schlimm!
00:20:39: sag ich dann erstmal jetzt fahr mal runter und jetzt öffne die mal weg damit.
00:20:43: ihr habt hier nichts zu suchen.
00:20:45: Ihr kommt aus irgendeinem Keller der Seele, jetzt schauen wir mal wer.
00:20:49: ein weißes Blatt öffnet dich, währt leer.
00:20:54: und dann sage ich denen sie sollen immer wieder verschwinden diese Emotionen.
00:20:59: und jetzt schaue ich doch mal was das ist bestimmt ein toller Mensch.
00:21:03: Man kann sich auch noch gleich sagen, es gibt gar keine schlechten Menschen oder böse Menschen.
00:21:08: Also die Humanität oder der Beruht was du einleitend auch sagt ist dann das Sennikazitat beruht darauf auf Gleichheit dass man im Grunde Wir machen Fehler, wir sagen Dinge.
00:21:22: Wir machen blöde Dinge okay aber als Menschen sind wir doch alle gleich und sind für uns wie Ksenika auch sagte alle Verzeihung schuldig.
00:21:30: also fahr runter öffne dich dem und schauen mal was geist ein Kind der ist oder was das für einen Mensch ist.
00:21:37: er hat bestimmt gute Seiten.
00:21:38: jetzt sucht die mal falls ich da wirklich so verurteile entwickel aus dem fällt mir dann spontan konfuzus.
00:21:44: einfach sage überhaupt nicht mochte waren vorurteilen starres festhalten an meinungen fährt mir dann ein und dann fahre ich schon emotional runter, mache mich zu einem leeren Blatt.
00:21:54: Und versuche den anderen sprechen zu lassen, hineinkommen zu lassen in meine Seele.
00:21:58: mehr Fragen nicht so viel reden.
00:22:01: Ja die äußere Form ... Höflichkeit ist eine Äußer-Reform.
00:22:05: Das ist sehr wichtig!
00:22:07: Die äußeren Formen führen.
00:22:09: das war auch der Gedanke von Confuzus wenn er so rieten und äußer Formen hochschätzte.
00:22:14: sie färben ab aufs Innere.
00:22:15: d.h.,
00:22:15: wenn man sich angewöhnt den anderen mit einem Lachen, einer Freundlichkeit und einer Vorurteilslosigkeit zu begegnen.
00:22:23: Und bestimmte Dinge Achtung zu haben von seinen Worten nicht sofort verurteilen, nicht sofort bewerten, dann verinnerlichte ich das im Laufe der Zeit und es wird zu einer festen, wie du auch schon sagst, eine Haltung, mit dem ich überhaupt Menschen begegne.
00:22:39: Das hat sich bei mir so verinnerlich.
00:22:41: Natürlich kenne ich diese ersten Gefühle gar nicht... der sieht so aus wie ein Lehrer, der mich mal geschlagen hat oder was weiß ich so und dann das geht gar nicht bewusst.
00:22:51: Dann kommen so andere Gefühle hoch.
00:22:53: Also sehr kritisch wenn man das alles wahrnimmt überhaupt denke ich so eine Achtsamkeit ist in dieser Höflichkeit ist so eine Achtsamkeit bei der Ausübung von Mitmenschigkeit, von Güte achten dann achte ich darauf Und lass da Raum und Versuch auch sehr zu sehen, dass ich dem anderen nicht so nahe trete.
00:23:15: Ich sage meine Meinung man sollte sich hier nicht verleugnen, nicht verbiegen aber das hat gar nichts mit der Form zu tun.
00:23:21: Die Form war ich immer die ich es immer versuche immer einzuladen oder mich für den andern zu interessieren und häufig ist es dann auch so dass ich im Laufe des Gesprächs sehe ich dann schöne Dinge in dem Anderen und und dann sind die Vorurteile kommen dann auch nicht mehr wieder um gegenteilig gewinne ein neues Bild von eben und dass es hoffentlich freundlich, mindestens neutral.
00:23:43: Man kann ja nicht mit jedem zum besten Freund machen aber herabsetzen muss man dann noch lange nicht den anderen sondern einfach ihn so stehen lassen.
00:23:51: ist die Welt wir sind alle anders und ich bin auch anders der mag mich vielleicht auch nicht oder so.
00:23:57: dann kann ich damit wunderbar leben.
00:23:59: man muss ja nicht eine Ehe eingeben Aber dass man im Raum gibt zu seiner Entfaltung, dass man ihn nicht herab setzt oder auf der persönlichen Ebene angreift.
00:24:11: Das liegt in meiner Verantwortung und das sollte man
00:24:13: vermeiden.".
00:24:14: Ja ich würde gerne noch mal genau darauf eingehen vor allen Dingen auf das erste was du gesagt hast.
00:24:21: da geht es ja auch ganz stark um das Menschenbild.
00:24:29: wichtig um diesen Gedanken, den du ja auch ausgeführt hast weiter zu denken bzw.
00:24:34: auch Bestandteil ist von die neue Höflichkeit und einem sehr positivem Menschenbild aus was glaube ich man auch heutzutage ein bisschen betonen muss weil ich schon ein Gefühl habe dass negative Menschenbild eher derzeit propagiert wird das für populistische Kommunikation extremst wichtig ist.
00:24:59: Ein bisschen dieses Survival of the fittest, das ist ein bisschen der stärkere Gewinn.
00:25:07: Und in einer sogenannten Ellbogen-Gesellschaft und auch nur in dieser Haltung man letztendlich nach vorne kommt.
00:25:17: Da will ich nicht vollends widersprechen aber schon wieder daran erinnern dass es jetzt endlich Es ein positives Menschenwelt gibt, angefangen von Rousseau.
00:25:31: Da kannst du wahrscheinlich noch ein bisschen mehr zu sagen.
00:25:33: was ich aber auch in meinem Buch ausgeführt habe und Entschuldigung die Stärke letztendlich des Mitgefühls will ich auch nochmal betonen.
00:25:41: wir erinnern uns an einen Ellen Musk der glaube ich noch vor zwei Jahren nicht ganz unwichtig laut Hals propagierte das Empathie ein Zeichen von Schwäche ist.
00:25:51: Das sind natürlich schwierige Aus Wüchse, so würde ich sagen und im Grunde ist der Mensch schon eher ein kooperatives Wesen.
00:25:59: Und ich glaube jeder, der Kinder hat und Babys beobachtet, der weiß das auf der einen Seite zwei Kinder sehr bedürfnisorientiert handeln auf der eine Seite aber auf der anderen Seite nach wie vor bei sehr kooperativ sind in ihrem Wesen.
00:26:13: letztendlich also Michael Tomasello hat ja einige Untersuchungen dazu gemacht angefangen ja auch von Schimpansen, wie verhalten die sich in verschiedenen Tests und das Kooperative gewinnt letztendlich immer.
00:26:25: Und da kann ich wie gesagt auch nur noch mal anführen daran sollten wir uns erinnern Wir sind kooperative beziehungsweise soziale Wesen, wir brauchen einander.
00:26:37: Dadurch und durch dieses Einander entwickelt sich Stärke und kann sich Neues und Kraftvolles für einen für die Gesellschaft entstehen.
00:26:46: Also was mich noch interessieren würde, für mich klingt da auch jeweils immer durch um so diese Haltung zu kultivieren oder auch dann so reagieren zu können.
00:26:55: In schwierigen Situationen braucht es ja auch ein ordentliches Maß an Gelassenheit und vielleicht auch innerer.
00:27:01: man muss innerlich schon sehr gefestigt sein um in schwierigen situationen höflich und kooperativ zu reagieren.
00:27:11: Wie blickst du darauf, wie kultivierst Du Gelassenheit um dann im nächsten Schritt auch höflig sein zu können?
00:27:18: Das ist ein guter Punkt.
00:27:20: Mir wurde mal gesagt, dass du kannst nur sowas schreiben, weil du irgendwie Ostfriese bist und ich glaube die Ostfrise an sich hat irgendwie so eine gewisse innere Gelassenheit.
00:27:28: Eine gewisse Innere Ruhe redet nicht wahnsinnig viel und lässt sich aber auch nicht wirklich aus der Ruhe bringen.
00:27:34: Ist natürlich extrem pauschal, aber ich gehe auf einer ganz oberflächlichen Art erstmal mit und würde sagen ja es braucht irgendwo so eine Art innere stürmischen und schnellen Zeiten damit umgehen zu können.
00:27:53: Und nicht umsonst schreibe ich ja auch, dass die neue Höflichkeit das ein Teil der neuen Höfigkeit Rituale oder sogenannte Mikrorituales wichtig sind und wir diese wieder entdecken müssen ganz unterschiedlicher Form.
00:28:10: Hier klang ja schon das Thema Achtsamkeit an, aber das geht hier auch ein bisschen genau da rein.
00:28:16: also sprich was geben uns Mikrorituale sei es jetzt für einen selbst angefangen von Meditation oder auch der Gang in die Kirche beziehungsweise zum Gottesdienst gewisse Formen der Gemeinschaft die dann dadurch erzeugt werden und durch das soziale kommt hier auch eine gewisse Ruhe und dadurch ja auch eine Gewisse Gelassenheit in einen.
00:28:38: Und da wird es letztendlich auch wieder sehr praktisch, ja?
00:28:42: Und gleichzeitig kann man daraus sagen diese Rituale oder diese Gespräche.
00:28:45: wenn ich da eben ritualisiert mir sage Ich möchte egal in welcher Situation höflich bleiben dann ist das ja auch ne philosophische Übung.
00:28:54: letztlich oder frage ich den Albert ob man so sehen kann und wo dann vielleicht auch die Grenze zum Aufgesetzten verläuft, also wo man sagt das ist jetzt aber dann nicht authentisch wenn ich mich da verbiege um in so einer Konfliktsituation gelassen und höflich zu bleiben.
00:29:11: Ja deshalb muss man verstanden haben wie wichtig Mitmenschlichkeit ist und man muss wirklich eingesehen haben wir sind Wir haben uns alle nicht selbst gemacht, wir haben alle Fehler.
00:29:21: Das haben die immer wieder darauf hingewiesen.
00:29:24: wenn du Anstoß an dem Verhalten als anderen nimmst schau auf dich selbst erst einmal dann wird auch der geht noch die Emotionen gegen den Anderen weg und schau ob du eine ähnliche Fehler hast.
00:29:34: also das muss drin sein ich bin nicht besser.
00:29:38: Also es muss wirklich sein, auch meine Seele ist eine Mördergrube.
00:29:42: Auch da sind verschiedene Pflanzen.
00:29:44: Wenn ich die falschen groß ziehe dann werde ich die Güte nicht verwirklichen sondern vielleicht mit Dingen machen Wie Goethe mal gesagt hat, er könnte sich vorstellen jedes Vorbrechen begangen zu haben.
00:29:56: Also kommen wir in schwierige Umstände?
00:29:58: Haben die falsche Bezugspersonen?
00:30:00: Haben wir traumatische Erlebnisse?
00:30:02: Dann kann auch aus der Seele... In der Seelle liegt alles.
00:30:06: dann können auch wirklich schlechte Dinge groß werden und dann herauslassen.
00:30:11: also ich muss einsehen nee ich bin nicht besser egal was der sagt und was er getan habe.
00:30:16: als Mensch oder so bin ich nicht besser.
00:30:18: Ich kritisiere was er sagt was er tut Aber nicht das andere.
00:30:22: Und ohnehin Verhaltensform oder ethische praktische Philosophie beruht, anders als die Psychologie vor allen Dingen auf Einsicht und Erkenntnisse von Werten.
00:30:37: Da muss man erstmal verinnerlicht haben.
00:30:39: es ist grundlegend für mich auch für mein eigenes Glück Güte zu praktizieren, zu leben.
00:30:47: Mitgefühl ist die Wurzel Dieser Güte, also ohne die kann ich... Also das war ein schreckliches Wort wenn er dann mit ihm impert.
00:30:56: Das ist die Grundlage von allem.
00:30:58: Sonst könne wir nicht gut zusammennehmen.
00:31:00: Das muss sich verstanden haben.
00:31:01: und dass die Praktizierung von Güte und Mitgefühl zugewandt ist auch Offenheit!
00:31:07: Ich habe auch viel mehr davon.
00:31:08: Ich wachse innerlich, werde reicher, wenn ich dem anderen einen Raum gebe, wenn mich bemühe ihn zu verstehen.
00:31:14: Selbst wenn man ganz komischer Mensch ist oder der vielleicht sogar schlimme Sachen macht, gerade dann ist es sehr wichtig versuchen zu verstehen.
00:31:23: Denn wenn man die Verbesserung der Welt an einem armen Herzen liegt, muss ich sehen wie finde ich Zugang zu diesen Menschen das er vielleicht von meinen Werten hört, die ich vielleicht für besser erhalte?
00:31:36: Die Werte als die, die er verwirklicht hat.
00:31:39: also wenn ich Kritik übe mit einem Menschen zusammen bin, der vielleicht auch mich herabgesetzt hat oder der irgendetwas gemacht hat, womit ich nicht einverstanden bin.
00:31:51: Gerade dann geht es darum jetzt Bau eine Brücke zu dem anderen und wenn die da ist, dann deute mal an oder dann komm mit einer Philosophie und dann spreche ich mit ihm und dann tauscht die Argumente aus um versuchen ihn zu überzeugen von dem wie man gut zusammenlebt oder wie du meinst das man gut.
00:32:10: Ich würde dich gerne noch mal auch dazu direkt fragen, wie gelingt es dir denn in solchen schwierigen Situationen, die es bestimmt ja auch in deinem Leben dann immer wieder gibt mit Menschen zu denen du eigentlich keine Draht hast?
00:32:22: Wie gelingt's dir dann trotzdem höflich zu sein oder auch echte Begegnung, Verbindung zu solchen Menschen jetzt auf den ersten Blick vielleicht
00:32:30: ein
00:32:31: komplett anderes Weltbild haben aufzubauen.
00:32:34: In erster Linie zuzuhören in erster Linie erstmal zuzuhören und auch zu versuchen, überhaupt eine echte Verbindung herzustellen.
00:32:47: Mit echt meine ich jetzt in diesem praktischen Sinne eine gewisse Zweisamkeit.
00:32:52: also beispielsweise finde es schon immer angenehmer mich mit jemanden alleine zum Beispiel zu treffen als in einer großen Gruppe um überhaupt ein Gespräch aufzubauen Und letztendlich aber zuzuhören und nicht gleich mit meinem Argument meiner Meinung reinzugehen.
00:33:09: Das ist jetzt die einzige Richtige, was man aber nicht vergessen darf.
00:33:15: Gerade wenn es um Streitigkeiten geht – nicht alles muss ich annehmen!
00:33:23: Es gibt letztendlig auch Grenzen.
00:33:25: Die neue Höflichkeit oder so wie ich's letztendling sehe… Heißt auch, dass diskriminierende Sprache letztendlich nicht okay ist und das ist für mich ganz, ganz zentral.
00:33:38: dann auch da zu sagen.
00:33:40: Die Energie habe ich jetzt nicht also auf mich bezogen würde ich schon sagen, dass sich dann schon den Raum beziehungsweise die Diskussion verlasse wenn ich merke es geht hier um Beleidigung und um Diskriminierendesprache und dass mein Gegenüber überhaupt keine Einsicht hat dass das, was er gegebenenfalls gesagt hat, diskriminierend beziehungsweise verletzend ist.
00:34:02: Okay also es geht auch darum klare Grenzen für sich zu setzen wo vielleicht eine neue Höflichkeit keinen Sinn mehr macht und da verläuft dann wahrscheinlich die Grenze zwischen Höfigkeit und bloßer Anpassung?
00:34:14: Genau exakt!
00:34:17: Und das ist ganz wichtig weil dann da verrenne ich mich und das tut mir dann letztendlich gesehen dann nicht gut.
00:34:24: Und ich glaube, wir hatten es ja gerade schon gehabt.
00:34:26: Es geht hier ein bisschen um diese eigene Einsicht.
00:34:28: also auf der einen Seite und auf der anderen Seite brauchen wie eine Fehler-Toleranz in so einer Streitigkeit.
00:34:35: Das kann nicht funktionieren.
00:34:36: Ich habe eingangs erzählt von der Sprachlosigkeit die gewisse Menschen haben bei schwierigen Themen beispielsweise rund um Diversity, dass sie da nicht mehr wissen was ist jetzt hier der richtige Begriff.
00:34:49: um im Dialog zu bleiben, eine gewisse Fehlertoleranz haben.
00:34:53: Auf der einen Seite aber auf der anderen Seite aber auch muss der andere wenn er total in Anführungsstrichen falsch liegt mit sich dann Einsicht haben und zu sagen okay hey ja hier lag ich vielleicht auch falsch und ich versuche mich zu korrigieren um weiterhin im Dialogue
00:35:09: zu bleiben Und dafür ist dann eben auch Sprache so wichtig.
00:35:12: Also ich glaube, das ist ja genau das was wir sagen, formt dann letztlich auch unsere Sicht auf die Welt.
00:35:20: Formt aber wahrscheinlich auch unseren Charakteralbe oder unsere Persönlichkeit.
00:35:24: also wie stark... Ich weiß dass du ja, dass dir eigentlich schon seit Jahren kein Schimpfwort mehr über die Lippen gekommen ist, auch nicht im Spaß.
00:35:31: Ist das richtig?
00:35:32: Ja
00:35:33: es ist tatsächlich richtig!
00:35:35: Wenn ich da mal ein Beispiel bilden muss im Seminar und dann zucke ich richtig jetzt zum Idioten, schaffe es gerade noch zu diesem Wort.
00:35:45: Aber zu mehr schaffe ich's nicht mehr!
00:35:47: Und ich zuk auch zusammen, wenn ich solche Wörter höre... Achte auf deine Worte, sie werden zu taten und er wird dann zum Gewohnheiten, Gewohnheit zum Charakter, Charakter ist ein Schicksal.
00:36:00: Und das nochmals zurück auf Konfuzus, deshalb achtete er sehr oft die Formen, auch inklusive der Form des Umgangs und gerade besonders weil die haben eine Rückwirkung Üblich Höflichkeit ein, dann ist das nachher so... Dann habe ich auch eine Vorstellung davon dass es sein Mensch der vor mir steht und ich möchte den nicht herabsetzen.
00:36:22: Das heißt dein äußeres Verhalten formt deine innere Einstellung, formt deiner Haltung, vom deinen Menschenbild.
00:36:29: Und von daher muss man auf beides achten also auf das Äußere wie man sich verhält aber auch auf das wie man denkt.
00:36:36: ganz wichtig Das, was ich vorhin sagte.
00:36:40: Worte werden zu taten fängt ja an mit achte auf deine Gedanken denn die werden zu wort.
00:36:45: also von den Worten stehen doch die Gedanken.
00:36:48: aber es ist so ein Wechselspiel.
00:36:51: äußeres Verhalten hat Rückwirkungen auf der inneren Einstellung, innere Einstellungen haben Rückwirkung oder haben starke Wirkungen auf dein neues Verhalten.
00:37:00: Du musst in eins mitgehen.
00:37:01: deshalb sag' ich ja immer.
00:37:03: Also nicht nur üben, üben bestimmte Sachen sondern auch verstehen, nachdenken, Philosophie betreiben damit.
00:37:10: Das ist das stärkste Fundament einer Lebensweise.
00:37:21: Für mich hat eine geholfenene Umgang mit anderen Menschen eben diese ganz tiefe Einsicht.
00:37:26: ich bin nicht besser als jeder andere und egal was die gemacht haben irgendwo im Grunde und das Abgewöhnung von Menschen als Seuchen zu verurteilen.
00:37:37: Man muss Farbe bekennen an bestimmten Punkten und sich sehr deutlich auch gegen etwas absetzen.
00:37:45: Das heißt also nicht, man muss keine Meinung aufgeben oder zu allem Jahr und Abend.
00:37:50: Das ist ganz schlimm!
00:37:51: Das ist eine Verleugnung des eigenen Wesenkerns.
00:37:55: Es kann auf keinen Fall Teil des glücklichen Lebens sein.
00:37:58: Ich verbiege mich.
00:38:00: Sich selbst betrügen Das Schlimmste, das sagten fast Wortgleichs und Konfuzus.
00:38:06: Da muss man natürlich aufpassen!
00:38:08: Aber wie ich es dem Kinder sage?
00:38:10: Wie ich's rüberbringe?
00:38:11: Also da bin ich ganz weich geworden.
00:38:13: Da hole ich den anderen erst mal ab.
00:38:16: Da sage ich lieber erstmal, ist doch eine interessante These oder ja... Hau ich dir mehr ein?
00:38:22: Aber irgendwas habe ich daran noch nicht verstanden.
00:38:24: Erklärst mir also so Ich versuche den ersten Mal sehr viel Respekt oder vielleicht sogar zu sagen Ja, ja.
00:38:32: Kann ich verstehen?
00:38:34: Man kann auf solchen Gedanken kommen!
00:38:36: Also ich versuche ihn erst einmal zu sagen schön Ich habe dich gehört und du sagtest Zuhören Ganz wichtige Kategorie im alten Ägypten, dreitausend viertausend Jahre zuhören ist der Weg auch für die Philosophie.
00:38:50: Fragen und zuhören, um dann innerlich reicher zu werden, um mit die Antwort und dem Ungarn mit anderen Menschen – ich habe als ich das dann einstudiert habe, erinnere mich noch genau, ich hab dann teilweise noch als Filmproduzent gearbeitet oder als Anwalt und musste Verhandlungen führen mit einem anderen und da ist mir jemand begegnet, der war mir im ersten Moment und ich wusste genau, der kommt da rein in eine Rüstung.
00:39:12: jetzt wird verhandelt und jetzt geht's in den Schlacht!
00:39:15: Der hatte Vorurteile, weil ich Anwalt war.
00:39:17: Er war kein Anwaltung, wahrscheinlich hat er Ängste gehabt und das war eine Riesenmauer.
00:39:23: und versucht eine Co-Produktion aufzubauen, also wir wollten zusammenarbeiten.
00:39:28: Aber dann haben wir uns lange unterhalten, erinnere ich mich noch gut.
00:39:30: Ich habe das angewendet was ich da aus der Philosophie gelernt.
00:39:33: Da hab'n mich um den anderen interessiert.
00:39:34: Was machst du denn so?
00:39:36: Schließlich kam er zum Wandern.
00:39:37: Er war begeisterter Wanderer wie ich auch.
00:39:40: oder haben wir zuerst mal über's Wandern unterhalten?
00:39:42: Und plötzlich war die Brücke da!
00:39:44: Und plötzlich wurde mehr ein ganz anderer Mensch geworden.
00:39:46: Im ersten Moment dachte ich wo je der will kämpfen Und dann war plötzlich eine Ebene da und wir haben es verstanden.
00:39:52: Wir haben eine Co-Produktur, so wie ich das ganz eigentlich gewordene Co-Produktion gemacht habe.
00:39:57: Es war eine schwierige Produktion.
00:39:59: Der stand mir während der ganzen Produktion, wenn's Krisen gab, stand er mir immer zur Seite.
00:40:04: Das erinnert mich auch an die Ägypten.
00:40:06: Da gibt es einen schönen Spruch den ich sehr liebe.
00:40:08: Meine Freundlichkeit oder meine Höflichkeit machte aus meinen Feinden meine Freunde oder Anhänger.
00:40:15: Sehr schönes Wort!
00:40:16: Und das ist mir da auch gelungen Gehe ich mit den Menschen um und vermeide eben seit Langem da schon Streit.
00:40:22: Und lerne dann auch immer, man kann von jedem Menschen etwas lernen.
00:40:26: aber Konfuzus sagt ja auch mal wenn du doch heilt triffst von zwei kannst du was lernen.
00:40:30: bei einem muss er dich abwenden.
00:40:32: das hoffen wir mal.
00:40:33: du erwähntest den Fall also wo es dann allzu arg wird.
00:40:37: dann werde ich ihm ganz ruhig ganz still und dann gehe ich vielleicht auch.
00:40:41: Ich finde es ganz schön, weil man kennt das ja auch ein bisschen.
00:40:43: Also gerade bei deinem Beispiel musste ich – ich habe hier eine Ausbildung gemacht als Mediator und da hatte ich letztendlich gelernt dass gerade bei wertebasierten Konflikten also bei Konflikte
00:40:55: wo
00:40:56: man merkt dass der andere überhaupt nicht von seiner Meinung abgeht wenn man relativ schnell in einer Streit-Situation ist und man das Gefühl hat, da passiert er, es ist unverrückbar Da ist jetzt endlich auch ein Mittel in Anführungsstrichen tatsächlich zuzuhören, tatsächlich nachzufragen.
00:41:19: Ohne natürlich es zu werten.
00:41:21: ganz wichtig klingt einfach.
00:41:23: Ist im Praktischen gar nicht so einfach vor allem wenn man merkt dass der andere sehr sehr wütend ist.
00:41:29: aber durch dieses Nachfragen kommt dann nämlich genau an diesen Punkt.
00:41:33: das irgendwann so die Hoffnung Man sich irgendwo trifft, wie bei Albert jetzt die Wanderung und bringt mich lustigerweise aber auch zu einem anderen Thema in meinem Buch.
00:41:46: Da schreibe ich ja über Smalltalks.
00:41:49: Ich weiß dass es bei einigen kommt das nicht gut an Smalltalk Aber ich finde... Das war jetzt auch ein Prozess im Schreiben Dass im Smalltalk wahnsinnig viel Kraft drin liegt, also man begegnet jemanden des Fremdes und man versucht innerhalb einer kurzen Zeit sucht man ja eine gewisse Gemeinsamkeit.
00:42:14: Und das tun wir lustigerweise immer weniger.
00:42:18: es ist irgendwie auch so ein bisschen in Verruf geraten aber eigentlich ist es was ganz schönes diesen kurzen Versuch wo können wir uns treffen?
00:42:27: Wo ist der kleine gemeinsame Nenner?
00:42:29: Und wenn ein Smalltalk dann ja gut verläuft Und das ist auch klar, dass macht ja was Positives mit einem.
00:42:36: Man hat sich irgendwo getroffen – auch wenn man nicht weiter miteinander im Kontakt gerät, geht man trotzdem in Anfangstrichen mit einem Lächeln aus diesem Gespräch und ich glaube du hast dir auch nach praktischen Tipps gefragt.
00:42:48: Ich glaube, da kann man ganz einfach wieder mehr üben, warum nicht mal die Zeit nehmen?
00:42:54: Was hier übrigens auch ein riesen Phänomen ist, wir nehmen uns ja nicht mehr die Zeit!
00:42:58: Es ist alles so dermaßen schnell geworden.
00:43:00: also letztendlich sind ja man sich einfach gar nicht mehr die Zeit nimmt.
00:43:05: Man bleibt bei sich, auch Stichwort Individualisierung und es wird alles ein bisschen egozentrischer.
00:43:14: ist es schon hilfreich, sich die Zeit zu nehmen und vielleicht mal wieder in den Smalltalk zu gehen?
00:43:17: und dass die Gemeinsamkeit zur Suchung weniger die Entität was unterscheidet uns sondern gerade in einer doch vielleicht vielfältigen Gesellschaft zu schauen?
00:43:26: Was sind eigentlich unsere Gemeinschaften?
00:43:28: Absoluter!
00:43:30: Ich bin eigentlich auch ein Freund des Smalltalks, insbesondere wenn ich die Leute nicht kenne.
00:43:34: Man nutzt sich einen Espresso irgendwo und da mal kurz ins Gespräch zu kommen, nette Worte auszutauschen vielleicht ja auch kurz zu hören wie der Morgen bisher für den Verkäufer oder Barista war.
00:43:45: Ich finde Smalltalk nur dann schwierig, wenn ich bei Freunden das Gefühl habe es wird schwer darüber hinauszukommen dass deswegen glaube ich ist der Smalltalk so in Faruf geraten weil sich viele Leute, die sie schon gut kennen zu lange damit aufhalten oder dann oberflächlich wirken.
00:44:01: Ich würde gerne noch auf einen Punkt kommen als Oberfrank in gewisser Weise der Ostfriese unter den Bayern würde mich interessieren.
00:44:11: Bei uns gilt das Wort so pack schlägt sich, pack verträgt sich.
00:44:15: Das klingt erst mal nach hartem Sprichwort aber ich finde den Kern eigentlich echt wichtig dass man sich auch mal richtig fetzen können muss also dass es auch okay sein kann sich einfach mal hart auseinander zu setzen aber dann hinterher auch wieder ganz normal in die Augen schauen zu können.
00:44:34: Kann sowas ein Teil einer höflichen Streitkultur sein Dass man klar hat, wenn es um die Sache geht können wir auch mal hart ringen.
00:44:44: Absolut
00:44:44: notwendig!
00:44:46: Ich komme natürlich mehr jetzt aus der Sozial- und Politikwissenschaften und jede Demokratie braucht den Streit auf der einen Seite.
00:44:54: aber auf der anderen Seite müssen wir ja miteinander arbeiten und allen sogenannten Kompromiss finden.
00:45:01: Man muss jetzt aber auch nicht in die große Politik schauen, sondern bei sich anfangen und selbstverständlich kann ich Freunde aus einem breiten politischen Spektrum haben.
00:45:11: Sofern es nicht extremistisch ist.
00:45:12: jetzt aus meiner Perspektive und das finde ich letztendlich gesehen ja spannend und auch bereichernd und dann kann man sich natürlich zu gewissen Fragen wie möchten wir zusammenleben?
00:45:22: Wie möchten wir gemeinsam Freiheit aushandeln warum es dann letztendlich irgendwo ja auch in der Politik geht, kann man unterschiedliche Auffassungen sein.
00:45:31: Aber das ist wichtig.
00:45:33: nur wir müssen es aushalten, dass er das gegenüber eine andere Meinung hat.
00:45:36: deswegen sage ich ja auch Wir brauchen eine hohe Amiguritätstoleranz.
00:45:41: Es geht nicht nur, dass es jetzt schwarz und weißes gibt und es gibt uns.
00:45:46: nicht nur Das ist das richtige und das ist das falsche bei einem gewissen Thema sondern es gibt gewisse Grautöne zwischen Räume Und die müssen wir auch aushalten
00:45:53: können.
00:45:55: Wie siehst du solche Eskalationen?
00:45:57: Also kann es mal, wenn du unterwegs bist mit jemandem der so was, der so eine ganz andere Sicht darauf hat.
00:46:03: Kann er mit dir auch mal in den Streit geraten oder ist das in der fortgeschrittenen Philosophie nicht mehr keine Option mehr?
00:46:11: Also im Meinungsstreit kommt er sofort rein weil die Philosophien sind ja sehr kritisch.
00:46:15: In einem persönlichen Streit kommt damit mir nicht mehr.
00:46:18: also ich habe mich abgewöhnt ein Kriegsbeier, dass mir jemand vor die Füße wirft aufzuheben.
00:46:22: Dann werde ich in Wergen ganz still oder versuche, den anderen eben wie ich schon sagte einen Wetter an der Brücke zu bauen wenn es irgendwie möglich ist.
00:46:31: Und das denke ich.
00:46:32: aber Streitkultur finde ich sehr wichtig.
00:46:34: also Die Philosophie kämpft und die Erkenntnis von guten Werten und von dem, was man lieber meiden muss.
00:46:42: Da sollte man wirklich auch ganz offen und ehrlich darüber reden.
00:46:47: Aber ich finde in einer Kommunikation so würde ich das immer machen.
00:46:51: Es läuft daneben immer gleichzeitig – und das ist ein Teil der Hüftlichkeit – eine Sende ich aus, Worte oder dass sich den anderen schätze, dass ich ihm zugewandt bin Dass ich seine Meinung respektiere, dass er ihn als Mensch eher noch mag oder nicht ablehne.
00:47:12: Das muss parallel laufen und dann kann man auch harte Worte in der Sache finden wenn man dem anderen ganz sagt du bist auch ein Mensch.
00:47:19: Ich weiß auch nicht ob meine Meinung richtig ist.
00:47:23: Also es kann sein das du auch recht hast.
00:47:25: Das würde dich dem anderen immer in jedem zweiten Satz signalisieren!
00:47:29: Ich kann dich ja verstehen Aber das ist eine Sache der Höflichkeit, wie sage ich es dazu?
00:47:34: Oder sag ich da, wie kommst du denn da drauf?
00:47:36: oder was ist das denn da.
00:47:37: Das ist schon teilweise unter der Gürtellinie, ist schon persönliche Herabwertung.
00:47:41: Wie kommt denn ein Mensch auf so einen Gedankenheiß und Grunde... Da funktioniert oben etwas nicht, sowas würde ich dann vermeiden Sondern ganz im Gegenteil zu sagen naja Ich versteh dich ja deinen Ansatz Man sollte ja zuhören, eine Argumentation.
00:47:55: Ihr habt einen gewissen Grad von Stimmigkeit vielleicht kein Überzeugenden?
00:47:59: Ja dann kommt man eben damit aber immer parallel signalisieren.
00:48:04: eigentlich finde ich du bist ein toller Mensch wie auch jeder Mensch wert hat.
00:48:09: das muss man und wenn das der andere fühlt fährt er nämlich auch runter.
00:48:13: also habe ich diese Erfahrung hab ich immer gemacht.
00:48:16: wenn du dem anderen quasi in seine Anerkennung, sein Bedürfnis nach Anerkennen und nach Zugewandten halt Spiegel ist.
00:48:23: Und das erfüllt es gleichzeitig.
00:48:25: wo du in der Sache hart vielleicht mit ihm kämpst Dann fährt er auch seinen Duktus runter.
00:48:30: dann lässt er das Gerichtsbeide erhebt das nicht mehr auf und schmeißt ja noch mal vor die Füße ganz im Gegenteil.
00:48:36: Ach so meinte ich das ja nicht!
00:48:37: Wenn es kritisch macht, dann fahren sie sofort runter.
00:48:41: Die Erfahrung habe ich häufig gemacht.
00:48:43: Aber das Allerwichtigste ist, wenn du verinnerlicht hast, Mitmenschigkeit ist ein höher Hoherwert.
00:48:49: Güte sind hohe Wert.
00:48:50: Menschen nicht herabsetzen und nicht bewerten ist ein hoher Wert.
00:48:54: Wenn du das verinnerlich hast, zeigst du das auch!
00:48:56: Immer.
00:48:58: Das spiegelt sich dann und der andere kriegt das mit, den Menschen sind sehr sensibel.
00:49:02: ob mich da eine anerkennt wirklich oder ob er denkt er sei was besseres.
00:49:05: Das merken die sofort und dann geht es in die falsche Richtung.
00:49:09: Dann wird aus einer Meinung Streit ein persönlicher Streit.
00:49:12: aber das ist keineswegs zwangsläufig.
00:49:14: so kann man vermeiden.
00:49:15: uns sollte man vermeilen weil man so viel dabei gewinnt und auch so die einzige Chance ist menschen die schlechtes Doroschlecht sagen dann irgendwie mal zum nachdenken zu bringen.
00:49:28: Wir biegen jetzt auf die Zielgerade unseres Podcasts ein, mich würde jetzt interessieren dein Buch was eben die neue Höflichkeit über eine Tugend und wie sie uns wieder zusammenbringt heißt es bei Klettkotter erschienen.
00:49:45: Wenn das jetzt so anläuft, wie du dir das vorstellst und eben hoffentlich auch eine breite Leserschaft findet.
00:49:50: Vielleicht ja auch die notwendigen Debatten anleiert Wie stellst du dir dann so eine sagen wir in zwei drei Jahren seine etwas höflichere oder vielleicht ja auch viel höfliche Gesellschaft vor?
00:50:00: Also wie gehen wir denn in einer positiven Vision zukünftig miteinander um?
00:50:05: Indem wir mehr in den Dialog wieder miteinander treten Und weniger diese sogenannte Verrohung Die ja in der Tat viele Menschen in Deutschland fühlen.
00:50:16: Das ist glaube ich ganz wichtig, fühlen weil auf der anderen Seite sagen sehr viele Menschen sie selber sein höflich, sagen zumindest die meisten von sich spüren aber auf der andere Seite eine gewisse Verrohung dass wir wieder mehr in genau diesen Dialog vielleicht mit einem Lächeln im besten Fall auch treten.
00:50:36: so wäre letztendlich gesehen meine Visionen damit Anerkennung und Zugehörigkeit für alle Menschen in dieser Gesellschaft auch nachgefühlt wird, was natürlich zentral ist.
00:50:49: Und ich finde das klingt für mich nach einer machbaren Vision?
00:50:52: Also insofern sollten wir uns alle mal... Es ist gar
00:50:53: nicht so groß!
00:50:54: Genau es ist gar nichts so groß und das ist ja auch ein bisschen mein Punkt.
00:50:57: Wir müssen nicht immer nur nach oben und die da oben etc.
00:51:00: schauen sondern können ein Stück weit auch bei uns selbst anfangen.
00:51:04: Ich weiß es ist derzeit nicht einfach in dieser Welt überhaupt auch Zuversicht zu haben und zu finden, aber solche Gespräche wie die sich hier darüber nachzudenken?
00:51:14: Wie möchte ich sein?
00:51:15: Welche Art von Mensch möchte ich eigentlich sein?
00:51:18: Wie gehe ich vor die Tür vielleicht mit einem lächeln?
00:51:24: Das hilft.
00:51:25: Und da popt bei mir auch einen Zitat vor auf was ich von dir gelernt habe eben Albert dass sich jeder eben bei sich anfangen muss.
00:51:33: Der muss sich um sich, um seinen Haushalt kümmern.
00:51:35: wenn er sich um sein Haushalt kümmert und jeder in dem Dorf das tut es geht's dem Dorff schon mal besser.
00:51:41: Das gleiche gilt für die Stadt und dann vielleicht im konzentrischen Kreisen auch einen größeren Umfeld.
00:51:47: Ja das ist sowieso die letzte Wahrheit der ganzen praktischen Philosophie- und Weißheitslehre der Antike.
00:51:53: wir hatten das gesprochen mit Gelassenheit und so kannst du ganzes dann schon jeden Streit vermeiden.
00:51:59: ja aber wer hat erst einmal gelassen?
00:52:00: Finde erst mal Seelenruhe, finde dich selbst.
00:52:03: Aber tatsächlich wenn du in Frieden bist wirst du Frieden aussenden und wirst du friedliche Beziehungen machen.
00:52:09: aber Wenn du Knoten im Herzen hast wenn deine Unruhe entsteht dann poppen leicht Aggression aus.
00:52:14: Dann hat man doch nicht die Kraft die Charakter Stärke eine Beleidigung einer Herabsetzung zu ertragen um daraus vielleicht Um diesen Krieg zu vermeiden, ne dann greife ich sofort zu dem Beil was von meinen Füßen und schmeiß es zurück.
00:52:30: Und ja desto ruhiger man wird desto gelassener desto mehr man in sich selbst reinkommt desto friedlicher verständnisvoller zugewandt.
00:52:40: da kann man mit anderen Menschen umgehen unumgekehrt.
00:52:43: wenn nun aufruhend einer Seele ist dann fällt das sehr schwer und dass ist der Grund warum es so viel streitet Streitereien oder warum es die Umgangsformen so vorrot sind.
00:52:53: Die Menschen haben Schwierigkeiten, in sich selbst Frieden zu finden.
00:52:58: Piero ich sag's nicht nur aus Höflichkeit sondern weil ich es wirklich so empfinde.
00:53:02: das hat wirklich Spaß gemacht.
00:53:03: Das war ein sehr spannendes Gespräch.
00:53:05: Ich hoffe zum einen natürlich für dich dass dein Buch jetzt breite oder in die Breite kommt, einfach viel gelesen wird und darüber dann auch was bewirkt.
00:53:18: Aber es war für uns jetzt einfach cool mit dir mal zu sprechen und deine Sicht auf die Welt und die neue Höflichkeit zu verstehen.
00:53:25: Zur Sicherheit wiederhole ich nochmal Piero Raschdorf Die Neue Höflichkeit bei Klettkotter erschienen im gut sortierten Buchhandel oder wahrscheinlich unten natürlich auch an den online Outlets zu bekommen also Online Shops zu bekommen.
00:53:40: Schaut mal rein, es lohnt sich.
00:53:41: Albert auch an dich herzlichen Dank für deinen Input.
00:53:44: Ja,
00:53:45: danke auch euch ja!
00:53:46: Und dann würde ich sagen jetzt trinken wir noch einen gemütlichen Kaffee zum Abschluss und lassen diesen Vormittag gut ausklingen.
00:53:54: Vielen Dank!
00:53:55: Danke!
00:53:56: Danke an euch fürs Zuhören.
00:53:58: macht's gut bis zum nächsten Mal.
00:53:59: tschau-tschau
00:54:13: pudel-kern.com.
Neuer Kommentar