#222 Martin Buber. Warum alles wirkliche Leben Begegnung ist.
Shownotes
„Beziehung ist Gegenseitigkeit.“ (Martin Buber)
Wer bin ich und welche Rolle spielen die anderen dabei? Für den jüdischen Religionsphilosophen **Martin Buber **entsteht unser Ich nicht isoliert, sondern in der Beziehung: „Der Mensch wird am Du zum Ich.“ Wirkliche Begegnung bedeutet für ihn, dem anderen offen und aufmerksam gegenüberzutreten, zuzuhören und ihn nicht nur nach seinem Nutzen für uns zu betrachten. In seinem berühmten Werk „Ich und Du“ unterscheidet Buber deshalb zwischen der funktionalen Ich-Es-Beziehung und der tieferen Ich-Du-Begegnung.
Albert und Jan sprechen in dieser Pudelkern-Folge darüber, warum Bubers Philosophie gerade heute erstaunlich aktuell ist. Was unterscheidet ein echtes Gespräch von Smalltalk? Warum geht es im Dialog nicht darum, Recht zu haben, sondern sich dem anderen zu öffnen? Und weshalb brauchen wir neben Gemeinschaft und Verbundenheit zugleich Zeiten des Rückzugs und der Sammlung? Es geht um Liebe und Freundschaft, Zuhören und Resonanz, Selbstbestimmung und die Erfahrung, dass ein erfülltes Leben wesentlich dort entsteht, wo Menschen einander wirklich begegnen.
Weitere Informationen unter: www.pudel-kern.com
Besprochene und zitierte Philosophen dieser Folge:
Martin Buber, Hegel, Konfuzius, Laotse, Zhuangzi, Hartmut Rosa
Weiterführende Links:
- Martin Buber. Ein unbequemer religiöser Denker: Der Deutschlandfunk erklärt Bubers Ich-Du-Philosophie und zeigt, warum wirkliche Begegnung für ihn Offenheit und die Anerkennung des anderen bedeutet.
- Martin Buber. Von der Mystik zur Dialogik: Gerhard Wehr († 2015) zeichnet für Penguin Randomhouse Bubers Lebens- und Denkweg nach: von seiner Beschäftigung mit Mystik und Chassidismus bis zur Entwicklung seiner Philosophie des Dialogs und der Begegnung.
- Das „Pudelkern-Buch“ bei Amazon bestellen und gerne bewerten.
Transkript anzeigen
00:00:03:
00:00:15: Hallo und herzlich willkommen liebe Freundinnen und Freunde der Philosophie- und Erlebenskunst bei Der Pudel und der Kern.
00:00:20: Und Hi Albert!
00:00:21: Wir möchten heute mal wieder eine Folge zu einem Philosophen, einen einzelnen Philosophe machen das in Wirkungsphase gar nicht so lange zurückliegt Martin Buber, ich hätte bei einer Albert-Buba gesagt.
00:00:34: Das ist aber der Martin Buba ein ganz wichtiger Sozialphilosoph und weswegen er so auch heute noch so stark rezipiert und mitgedacht wird wenn es um Verbindungen zwischen Menschen geht und Beziehungen.
00:00:50: das wollen wir heute besprechen.
00:00:51: und zum Einstieg wie immer bitte ich dich deine Favorisierten oder zumindest als besonders prägnant empfundenen Zitate von Martin Bubermann zum Besten zu geben, Albert.
00:01:01: Ja gut da gehe ich gleich mal in die Folgen wobei ich da also drei ganz kurze Zitate zusammenziehen wollte weil sie einen Gedanken betreffen der aber den ganz wichtig der Satz alle alles wirkliche Leben ist Begegnung.
00:01:21: dazu passt ein anderer Der Anfang ist die Beziehung Und ein Dritter, der dazu das Grundwort ich-du als Grundwort stiftet die Welt der Beziehung.
00:01:37: Klingt sehr eingängig und auch schlüssig gerade wenn man so das Gefühl hat.
00:01:42: ja tatsächlich die Beziehungen zu anderen Menschen in Verbindung zu anderen menschen Das ist es was mein Leben schwerpunktmäßig zumindest mal mit ausmacht und So hat er sie auch verstanden Und auch kondensiert letztlich in diesen Worten.
00:01:57: Ja, ich sage manchmal man kann das menschliche Glück auf zwei Grundpfeiler zurückführen.
00:02:05: Kann es auch anders definieren?
00:02:07: können auch noch mehr Wohnpfeile sein.
00:02:08: Das eine sind gute zwischenmenschliche Beziehungen, das andere sind Selbstwirksamkeitserfahrungen also dass man sein Leben als sinnvoll empfindet, dass man etwas mitgestaltet in der Welt und sich dabei findet.
00:02:20: im beiden schwingt das was er hier sagt mit rein insbesondere aber beim ersten zwischenmännische Beziehung.
00:02:26: Er sagt ihm Alles wirkliche Leben ist Begegnung, also nicht wir in unserem stillen Kämmerlein.
00:02:34: Nicht wir mit uns, ich spreche häufig von in sich Ruhe finden, Authentizität.
00:02:38: Das klingt alles so ich-ich-ich.
00:02:41: aber eigentlich ist das wie ich meine.
00:02:44: Ich finde... und da werden wir über einen zweiten Zitat, aber ich will ihn nicht vorweggreifen.
00:02:49: Ist das in der Beziehung zwischen menschlichen Beziehungen?
00:02:53: entwickeln wir erst?
00:02:54: Da können wir erst unser Glück finden.
00:02:56: man kann nicht seinen Glück außerhalb der Gemeinschaft finden sei es eine kleine Gemeinsschaft ein Duett, sei es seine Familie, sei ist eine Gemeinshaft ein Dorf oder eine Stadtgemeinschaft wie immer.
00:03:08: aber Dass wir das brauchen.
00:03:10: Wir kommen aus dem Mütter Leib, das sagt er auch an einer anderen Stelle, wir kommen aus der Symbiose mit einem anderen Menschen.
00:03:17: Wir sind verbunden mit der Mutter und wir kommen von der Mutter eine urzeitliche Inschrift zu sagen.
00:03:25: Die werden wir nie vergessen und wir sehen uns immer wieder danach so getragen, geborgen, gewärmt, ernährt zu werden wie Mutterleib.
00:03:33: Ich glaube auch dass der Mythos vom Paradies stammt daher!
00:03:36: Wir wollen allen zurück im Mutter... Das hat er so gesehen.
00:03:40: Wir suchen nach Verbindung, nach Verbundenheit.
00:03:42: Wir können die Leibliche nicht mehr herstellen, denn die Nabelschnur ist durchschnittend.
00:03:47: Aber jede Annäherung an einem Menschen, jede Liebe, jede Sehnsucht nach Liebe ist Ausdruck von dem unsere Vereinzelungen und unserer Einsamkeit aufzuheben im Mitsein.
00:03:58: Geht es nicht auch darum in dem anderen was Wertvolles zu sehen?
00:04:02: Zu akzeptieren dass da andere sind, die uns viele... spannende Begegnungen, Inhalte was auch immer vermitteln können.
00:04:08: Dass diese Verbindung und da unterscheidet er ja auch zwischen ich es und ich du Beziehungen.
00:04:15: Ich is jetzt eher so oberflächlich nicht tief, nicht funktionierend und ich tu wo man eben den anderen als etwas Wertvolles, als etwas Tiefes empfindet dass wir da so ran gehen müssen.
00:04:29: Das schließt sich, glaube ich nicht aus.
00:04:30: Ich habe das so nicht in erster Linie gesehen.
00:04:34: aber es ist gar nicht möglich ohne dass das geschieht... ...dass ich den anderen wertschätze, dass ich hinhöre, dass mich selbst öffne und den anderen auch herein lasse um mich zu finden, um mich selbst zu verwirklichen.
00:04:49: Ich verwirkele nicht im andern oder mit dem andern.
00:04:53: Das kann man gar nicht trennen!
00:04:55: Aber ich denke Der Urtrieb, so hat er es auch gesehen ist das ich mein Glück nur in Verbindung finde mit den anderen.
00:05:03: Aber das heißt... Er unterscheidet sich auch, das war haftige Gespräch von dem Smalltalk.
00:05:10: Also das heißt dass ich in einem Gespräch unter jeder Begegnung mit einem anderen Menschen das selbst versuche diese Wertschätzung dem anderen entgegenbringe Diese Aufnahmebereitschaft, das Hinhören die sich öffnen sich interessieren für den anderen Mitfühlen mit dem Erschicksal des Anderen und mit dem Lebenswicht.
00:05:30: Nur dann, wenn ich diese Sensibilität entwickle, da kommt eine Seele des anderen zum Vorschein und kann meine berühren.
00:05:36: Und ich kann seine berühren!
00:05:38: Und dieses Berührungsgeschehen das ist die Begegnung von der erspricht – von Ich und Du.
00:05:44: In der vollendet sich erst dass du oder dass ich oder findet sich erst, dass ich und findet auch erst... Was wir hier haben, ist ein Vorläufer.
00:05:53: Der Herr Hartmut Rose hat ein berühmtes Buch darüber geschrieben und eine ganze Soziologie daraus gemacht, Resonanz.
00:06:01: Und er hat gesagt das ist eigentlich zum einen eine Charakterisierung des ganzen menschlichen Seins.
00:06:07: sie suchen wir suchen Resonans in Dingen, in Menschen oder im Verhältnissen und er meinte auch da finden wir Erfüllung drin.
00:06:16: Also auch die Frage nach dem erfüllten glücklichen Leben wird mit Resonanz beantwortet, dass wir Resonieren können mit anderen und dieses Resoniren das definiert er dann genau.
00:06:27: Das sind nicht so ich plappere auf den Anderen ein und der plappert auf mich ein und so sondern diese sind wirklich ein Hinhören einen Hinhorchen ein Mitfühlen einfach den andern eingehen sind.
00:06:39: richtige Antwort verhält ist, dass sich da eine fragestelle und ich kriege richtig aus dem Inneren des Anderen und die Frage kommt aus meinem Inneren.
00:06:47: Und dann berühren sich, so ich das gerne formuliert habe – das war meine Vorstellung wo als ich anfing mit philosophischen Seminaren.
00:06:56: es müssen Begegnungen sein oder Begegenungsstätten ein Raum muss eröffnen, wo sich Seele und Seele berühren kann eben In Gesprächen, in einem tiefen Gespräch.
00:07:06: Und das war der Kerlgedanke finde ich von Martin Boeber und das hat er wunderbar herausgearbeitet.
00:07:12: Er hat damit nicht angefangen also diese dass man ja oder Formu-Flag beim zweiten Zitat zu Uhr.
00:07:19: Apropos wie lautet denn dein zweites Zitat?
00:07:21: Der zweite Zitat lautet Ich werde am Du!
00:07:28: Oder besser gesagt oder verständlicher, der Mensch wird am Du zum Ich.
00:07:37: Also ich finde mich überhaupt erst viel weniger noch nicht erkennt und vor wirklichem überhaupt.
00:07:42: ich finde nur eben den Beziehungen mit anderen Menschen dann dass im Du entdecke ich mich selbst und dann werde ich mir selbst klar werde ich mehr über mich selber oder kann nicht selbst erhellen.
00:07:58: Und dann kann ich meinen Weg vielleicht finden und tatsächlich ein erfülltes, glückliches Leben führen weil ich mich lebe.
00:08:05: aber ich brauche das du dazu ohne dass du ohne einen Spiegel der mir sagt wer ich bin oder der mir dabei hilft mich zu finden.
00:08:13: geht das nicht?
00:08:15: Das hat er nicht selbst erfunden.
00:08:17: eigentlich erinnert mich sehr stark.
00:08:19: Ich weiß nicht, ob er so auch interpretiert wird.
00:08:23: Also so ausgelegt wird aber ich war sehr beeindruckt in den Frühschriften von Hegel also zweitel Jahre vor ihm jener Schriften wo er auch gesagt hat dass Selbstbewusstsein formt sich erst in der Liebe indem ich zu mir selbst werde im anderen In dieser Liebesbeziehung wo ich so So mich jemandem hingebe oder so mich jemanden zeige, mit jemandem verbinde.
00:08:51: Und der durch sein ähnliches Gefühl spiegelt mich in seiner Liebe so wie ich bin und ich entdecke mich erst – das war der Gedanke Hegels!
00:09:02: Ich entdekke mich erst in der Liebe des
00:09:05: anderen.".
00:09:05: Da muss ich gleich mal zurückfragen sind es nicht sowohl bei Hegel als auch bei Buba sehr idealisierte Vorstellungen von dieser menschlichen Begegnung?
00:09:14: Passiert das dann im Leben?
00:09:16: Trifft man einmal so jemanden, wo mein ich sich an dem Du entwickelt?
00:09:22: oder sollte es im besten Fall ständig passieren.
00:09:25: Oder
00:09:26: du hast gewisse Rechte!
00:09:27: Alltag wird damit nicht beschrieben.
00:09:29: wenn hier dein Bus steige und ich gucke auf den Busfahrer und frage ihn nach einem Ticket, dann wird das nicht geschehen.
00:09:36: Das ist natürlich klar, oder wir haben auch vielleicht nur wenige von diesen Momenten und Beziehungen die wir leben.
00:09:43: Ja das ist richtig!
00:09:44: Nein aber was das so ist, was du als Idealisierung bezeichnet bist?
00:09:50: Die Analyse der Selbstwertung und der tiefste Grund für dafür wie selbstbewusstsein entsteht.
00:09:58: Und der entsteht nämlich nicht.
00:09:59: wenn ich den Busfahrer geben sie mir ein Ticket... Bitte,
00:10:03: bitte musst du dazu sagen Sonst wird schon mal gleich gar nichts mit.
00:10:08: Das
00:10:10: würde ich auch immer sagen, aber gut gibt es ja heute so gar nicht mehr sondern da gibt's ja nur die Automaten... Da sage ich dann nicht mehr bitte!
00:10:16: Aber was er meint ist ganz fundamental bevor ich mich überhaupt erfahre, bevor ich ich sagen kann dass ich in Verbindung mit anderen stehe.
00:10:28: Das ist ganz typisch so.
00:10:29: So ist die Genese der menschlichen Psyche auch, das Kleinkind, der Embryo ist ohnehin nur eins und das Kleinkind in den ersten Monaten, das unterscheidet noch nicht zwischen ich und du es ist eins also entscheidet und unterscheiden auch nicht zwischen Ich und Welt Es ist Eins.
00:10:46: Und daraus tritt dann, plötzlich merkt der wenn die Mutter war da nicht kommen und er wusste das ist irgendwie wie bin ich das ja nicht.
00:10:54: Ich würde jetzt trinken wollen und dann entwickelt sich irgendwann mal so das Gefühl ne wir sind unterschieden.
00:11:00: Das ist in die Ur-Erfahrung des Zusammenseins tragen wir immer mit uns und wir suchen dass.
00:11:06: wir erleben es dann in der frühen Kindheit und das ist sehr wichtig.
00:11:10: Urvertrauen bilden wir indem die Eltern oder ein Elternteil uns so annimmt wie wir sind uns liebt und sagt gut dass du da bist, dann entwickeln wir.
00:11:20: Es ist also fundamental.
00:11:21: es ist nicht so das es häufig passiert aber es ist fundamental und wird vom Gehirn ganz tief abgespeichert oder als tiefe Erfüllung empfunden.
00:11:31: wenn es geschieht Und umgekehrt, wir haben eine Sehnsucht danach.
00:11:36: Das ist geschieht!
00:11:37: Das ist die Sehmsucht nach Liebe und Geliebwerden.
00:11:40: Die ist unglaublich stark.
00:11:42: Aber eben wie gesagt in den meisten, da hast du völlig recht... Das ist damit gemeint, wie fundamental existenzial sie ist.
00:11:50: Nicht, dass sie jedes Mal passiert, wo ich auch einen Menschen stoße sondern ganz im Gegenteil.
00:11:54: Also
00:11:54: die Erkenntnis ist wichtig das wir es brauchen.
00:11:56: aber es gibt uns auch ein Pragmatismus notwendig... Es ist keine
00:12:00: Beschreibung dessen wie Menschen sich begegnen sondern vielleicht bei Martin Buber wie menschen sich begegnet sollten.
00:12:08: jetzt nicht im Bus sondern wenn ich hier ein Gespräch beginne
00:12:11: oder wenn ich eine Gemeinschaft versuche aufzuziehen, da kommt er ja auch relativ stark her.
00:12:16: Ja,
00:12:17: jedes Gespräch.
00:12:18: Sobald ich nicht ... Ich möchte das kaufen und ist der Preis.
00:12:23: So bald ich darüber hinausgehe, wir sitzen am Tisch und unterhalten uns.
00:12:26: Schon dann kannst du deine Seele zeigen oder deine Maske?
00:12:29: Schon dann kannst du dich öffnen für den Kern des anderen.
00:12:33: oder du redest mit der Maske oder du entschließt sich dazu... Das is the small talk!
00:12:38: Weil du die Absicht hast ihn oder seine Beziehungen für deiner irgendwelche Interessen mal zu nutzen.
00:12:45: Entscheidungen, die kannst du treffen und du kannst in jedem Gespräch versuchen ja auf diese Seelen, auf diese tiefe Ebene in ein wahres Gespräch zu kommen wo sich Seele berühren.
00:12:57: Weil er meinte eben das ist Leben, Lebendigkeit!
00:13:02: Alles wirkliche Leben ist Begegnung.
00:13:05: Das ist wirkliches Leben wenn die Maske mit der Maske spricht dachte dass es auch war.
00:13:09: so ein Sozialkontakt aber kein wirkliches leben.
00:13:13: Damit meint er die Essenz des Lebens, das Tiefe des Lebens und das Wertvolle.
00:13:18: Das eigentliche fängt erst an wo Seele sich berühren.
00:13:23: Meine Auffassung wäre aber eben dass man das wertschätzen muss wenn es dazu kommt, wenn's soweit ist.
00:13:30: Aber eben dass einem halt auch klar ist so was passiert vielleicht zweimal im Monat oder sowas.
00:13:37: ohne dass ich diese Zahl wirklich kenne, aber dass man da eine realistische Erwartungshaltung hat.
00:13:43: Weil wenn ich mir vorstelle, ich komme in Gespräche und alle schon mit großen Augen auf mich werden sich unsere Seelen berühren.
00:13:50: Schwierig!
00:13:51: Nur würde ich sagen, du hast völlig Recht.
00:13:53: Das gilt für den Normalfall aber Du bist verheiratet und Du hast Kinder auch.
00:13:58: Und mein Eindruck ist, Du bist glücklich verheiralte.
00:14:02: Du bist mit deinen Kindern.
00:14:04: Da geschieht es viel mehr als zweimal im Monat.
00:14:07: An jedem Abendtisch gibt's so einen Moment wo du den anderen spürst, wo du froh bist dass der andere da ist selbst wenn dir das gar nicht bewusst wird.
00:14:16: also da in familiären Betrieben.
00:14:18: Jeden Tag findet da wirkliches Leben statt echte Begegnungen.
00:14:23: Ja, im besten Fall und ich... Ich hoffe, da habt ihr auch ein bisschen das Gefühl, dass es funktioniert oder dass es bei mir stattfindet.
00:14:29: Nur eben nicht so indem man tief philosophisch spricht oder die ganz tiefen Themen immer wieder angreift sondern eigentlich okay, die Vespa läuft wieder.
00:14:39: Schön, dass wir das geregelt haben und schön, dass du so zuverlässig bist.
00:14:43: also in solchen Situationen.
00:14:45: Ja
00:14:45: richtig!
00:14:46: Es wird einem nicht bewusst und man geht so drüber hinweg aber weh ist fehlt mal.
00:14:51: dann merkst Du, dass er's immer da war.
00:14:54: Das ist immer da war, außer auch wenn man sich über die Wespe unterhält.
00:14:57: Dass es da immer noch so eine Ebene ist wo du das bin ich alleine Das Unterbus ist immer da, sobald du Familienleben lebst.
00:15:09: Und immer Freundschaften?
00:15:10: Oder Freundschaft oder eben eine Begegnung im Café und Gespräch ist dann das ist diese Verbundenheit mit wirklichem Leben und dass es etwas sehr tief ist.
00:15:22: Es muss nicht ins Bewusstsein sein, es muss nicht euphorisch sein Nur, dass es da ist.
00:15:28: Gibt die Kraft?
00:15:29: Gibt der Nahrung selbst wenn das gar nicht ausdrücklich ist und das ist sehr wichtig.
00:15:34: mehr Liebe merkt man so weil man erfüllte Liebesbeziehungen zu seinen Kindern oder seinem Partner kann.
00:15:41: weit weg sein und man fühlt sich nicht alleine.
00:15:44: Man weiß irgendwie ist der andere da noch ein Teil Selbst wenn er gar nicht körperlich da ist.
00:15:50: Das meine ich, das wird einem nicht bewusst.
00:15:52: Aber wer ist fehlt man?
00:15:54: Dann wird es der Bewusstwas der fehlt denn du wirst erst einmal sehr sehr tiefe Einsamkeit empfinden und sehr lange wenn es fehlt Und dann spürst Du was die ganze Zeit da war Du aber nicht wahrgenommen hast und sich hin- und wieder darüber Gedanken zu machen oder es ins Bewusstsein zu rufen, auch sich zu sagen.
00:16:12: Und das nicht als selbstverständlich zu nehmen.
00:16:14: Schön dass er immer noch bei mir ist.
00:16:16: Schön, dass wir uns immer noch lieb haben oder dass wir immer uns noch so gut verstehen und das auch zu zeigen vielleicht auch mal auszudrücken Das ist etwas Wunderbares und waschenehrendes und ich glaube ohne das kann kein glückliches Leben entstehen.
00:16:29: Kann kein Leben
00:16:30: entsteben.
00:16:30: Das
00:16:31: meinte Buber glaub' ich auch.
00:16:32: Das sind Alarmsignale, wenn man das Gefühl hat, irgendwie ist es weg oder so.
00:16:37: Richtig!
00:16:38: Ich finde jetzt mit einem alten Freund, wo man immer das Gefühl hatte, da gibt's eine enge Verbindung und plötzlich hat man das Gefühlen, man hat sich entfremdet oder so... Das sollte man hinterfragen, woran es liegt?
00:16:48: Richtig
00:16:49: auch daran merkt man es, dass ein Mutter hinweist.
00:16:51: Man merkt auch, wenn plötzlich was nicht stimmt die Entfremdung, dass diese Verbindung abgebrochen ist.
00:16:56: Da fehlt irgendwas, man ist nicht mehr zufrieden.
00:16:58: Es fehlt diese Tiefe häufig unbewusste Verbundenheit, das Gefühl der Verbundenei.
00:17:05: Also wenn ich so an meine Freunde und meine Familie denke dann weiß ich, ich spüre dass selbst wenn ich die jetzt zwei drei Jahre nicht mehr gesehen habe sie sind da!
00:17:15: Ich sage immer Sie sind da, sie sind in meinem Bewusstsein, sind sie immer da?
00:17:20: Und ich fand bei Konfuz es mal eine schöne Stelle wo er das glaube ich auch meinte oder zum Ausdruck gebracht hat.
00:17:26: Er zitiert ein Gedicht und wurde einer sagt, um man zu seinem geliebten Partner du bist soweit weg.
00:17:33: Wann kommst du denn endlich?
00:17:35: Meine Sehnsucht frisst mich auch oder ist so etwas in der Richtung Und Gottwurz ist mein das sei keine wahre
00:17:41: Liebe.
00:17:42: die wahre liebe kennt keine Entfernung und er meinte ah ja bei der wahrenliebe ist die verbundenheit da selbst wenn der körper nicht da ist und Da ist was wahres dran glaube.
00:17:53: ich
00:17:54: lass sich mal nachwirken Und bitte Dich aber... Zum Abschließen sagt eigentlich unsere Einleitung, wir sind weit drüber.
00:18:01: Noch mal ein Drittes Zeit.
00:18:02: Ja
00:18:03: ich meine das ist... Das muss ich sagen, ich bin kein Experte in Martin Buber.
00:18:07: Ich habe jetzt anlässlich dieses nochmal seine gesammelten philosophischen Schriften gekauft um da vielleicht noch andere Gedanken zu finden.
00:18:16: aber das ist der Gedanke
00:18:17: Eigentlich sind es schon die Zentralen
00:18:18: Das ist sein Hauptwerk auch ich und du.
00:18:20: Und dieses Dialogisch-Prinzip Dieses Buch hab' ich schon lange und das habe ich auch mit Gewinn gelesen.
00:18:25: Mehr weiß ich eigentlich gar nicht.
00:18:27: Ich kenne seine Biografie und so was er gemacht hat.
00:18:29: Aber ich weiß, dass er schöne Geschichten ... Das Buch habe ich mir auch mal gehört über die ostjüdischen alten Geschichten Shaddismus Aus
00:18:39: einer Art mystik, jüdische Mystik.
00:18:41: Die aber auch sehr stark an Gemeinschaft glaubt.
00:18:44: Also da Erzählungen gemacht hat... Ich weiß auch dass er einen engen Bezug zur frühen chinesischen Philosophie zu Laos ist.
00:18:52: Er hat die Geschichten des Zhuangzi den ich ja sehr gerne zitiere.
00:18:56: Hat er nacherzählt einige seiner Geschichten?
00:19:00: Das weiß man mehr, weiß sich eigentlich gar nicht von ihm!
00:19:02: Aber ein drittes Zitat kommt aus diesem anderen Bereich und Ich kenne nur dieses Zital, ich weiß gar nicht in welchem Kontext es gefallen ist.
00:19:11: Aber das hat mir gut gefallen.
00:19:13: Ein Mensch dem nicht jeden Tag mindestens eine Stunde gehört... ...ist kein Mensch!
00:19:23: Sehr gut.
00:19:23: Alle meine Bücher die ersten Kapitel sind immer Sammlung.
00:19:26: also wenn du dich nicht zurückziehst und für dich alleine mal nachdenkst, bist bilebig, ist das gut?
00:19:34: Dann kommst du nicht zum Philosophieren dann kommst so Dann kommst du dir nicht näher im Grunde, dann kommst Du nicht auf den rechten Fahrt.
00:19:42: Also trankt sie dir nicht vorhin, das ist ja ein Lieblings-Zitat eines meiner Lieblingszitate.
00:19:48: Wer sich nur nach außen wendet ohne immer wieder zu sich selbst zurückzukehren der geht schließlich als Gespenst herum und was da draußen findet ist er tot.
00:19:57: Also das ist der gleiche Gedanke, den er auch sagt.
00:20:00: Man muss sich immer wieder sammeln und man muss immer wieder zu sich selbst zurückkommen.
00:20:04: Meditationen ein gutes Beispiel.
00:20:06: Und das drückt dieser Satz?
00:20:08: Ich finde es kommt aber auch Selbstbestimmung durch.
00:20:10: also ich stimme dir zu klar Das ist das Thema Sammlung und Meditation und sich zurückziehen und so.
00:20:16: Aber eben auch...ich find' es klingt sehr stark durch Diese Stunde die gehört mir da kann kommen was will und diese auch nicht zweckdienlich unbedingt sondern Das ist einfach meine Stunde und die sollte man sich rausschneiden.
00:20:29: Die sollte man irgendwie versuchen zu implementieren, egal was
00:20:32: kommt.".
00:20:33: Insofern Selbstbestimmung!
00:20:34: Und das ist die Wurzel der des selbstbestimmten Lebensführung.
00:20:39: Denn wenn ich mir diese Stunde wirklich nehme oder sei es auch nur eine halbe Stunde, dann sammel' ich mich und dann gehe ich daraus aus der Stunde wieder mit einem Plan für mein Leben, dass sich ich selbst entschieden habe – für die Werte, für die ich mich entschieden habe.
00:20:54: Das ist ja das Wichtige bei der Sammlung!
00:20:56: Dass das immer wieder ein Neujustieren meines Lebens ist, auf der Grundlage meiner eigenen Vorstellungen.
00:21:03: Meine eigene Bedürfnisse, so wie ich sie erkenne oder meine sie zu erkennen... Also es ist selbst ein Akt der Selbstbestimmung aber auch die Grundlage für jedes selbstbestimmte Leben.
00:21:15: Denn wenn ich nicht darüber nachdenke, wohin ich eigentlich gehe, dann renne ich einfach so.
00:21:19: Da eine sagt, geh dahin und da andere sagt, geht dahin!
00:21:21: Ich zerstreue mich, verliere mich – ich finde mich ja gar nicht.
00:21:25: Und erst wo ich mich finde oder wo ich mir ahne fängt an, dass ich mich auch bestimme zu dem Leben und nicht mich bestimmen lasse von außen.
00:21:35: Für euch nur eine Bemerkung der Satz gefällt mir das, den ich zitiert habe aber er hat eine kleine Schwäche.
00:21:42: also So weit würde ich nicht, da würde ich eben kritisieren.
00:21:45: Das würde ich so nicht formulieren.
00:21:47: wenn er sagt ein Mensch dem nicht jeden Tag wenigstens eine Stunde gehört, dann ist kein Mensch.
00:21:54: Also das ist kein Menschen finde ich ein bisschen
00:21:57: hart.
00:21:57: also Ich weiß was er will damit sagen.
00:22:01: der entwickelt sich nicht zu jemanden der sich selbst bestimmt und er die Kraft hat Der führt vielleicht wahrscheinlich ein fremdbestimmtes Leben.
00:22:13: Also ein Nicht von sich, aber ich würde diesen Satz ist kein Mensch.
00:22:18: das klingt so abwertend.
00:22:19: jeder der lebt und atmet ob man nachdenkt ob er sich sammelt oder sich eine Stunde pro Tag nehmen oder null bleibt Mensch auch wenn er Null.
00:22:29: also so würde ich es nicht formulieren.
00:22:31: Ich weiß nur glaube ich so hat er sich gemeint ich weiß noch was er damit sagen will.
00:22:36: Vielen Dank für die Zitate.
00:22:38: Ich würde gerne noch eins ergänzen, das jetzt nicht wörtlich zitiert aber was bei mir sehr stark hängen geblieben ist bezieht sich auf die ersten zwei Punkte, dass eben das ich im Du und den Dialog, den man führt mit dem anderen oder die Verbindung, die man aufbaut.
00:22:54: Und da fand ich sehr spannend, dass er sagt, dass es eben im Dialog oder im Gespräch nicht darum geht recht zu haben sondern sich dem anderen ganz zu öffnen.
00:23:04: Und das finde ich, wenn ich eben so an Talkshows oder Gespräche, die man im Smalltalk- oder auf Social Media mitbekomme.
00:23:11: Ohne die jetzt auch Werten zu wollen – auch die haben wahrscheinlich ihre Funktion!
00:23:15: Aber wenn man das mal als Raster dagegenhält zu sagen es geht nicht darum unbedingt recht zu haben sondern sich auch einmal zu öffnen und seine Bedenken und seine Ängste was auch immer Probleme auch mal zu thematisieren... ohne da diese Maske abzunehmen.
00:23:33: Das finde ich eine sehr starke Prämisse einfach.
00:23:36: Ja,
00:23:36: ist sehr wichtig und ich liebe deshalb die alten Ägypter weil die Sachen wichtiger als Sprechen sind noch zugehören.
00:23:44: Und die hatten das zuhören war für die das Wichtigste.
00:23:47: Das ist dieses Öffnen!
00:23:49: Man kann auch sagen man findet es auch anders wo man sich oder gegenseitig zutextes, da drängelt sich das Ego vor dasselbst und so stark drängt es in dem Vordergrund.
00:24:04: Das wahre gar nicht zur Sprache kommt.
00:24:08: Es kommt auch gar nicht in die Erscheinung, es kommt nicht mit ins Gespräch!
00:24:12: Da ist kein ich und du da sind Maske und Maske.
00:24:15: Redet da eine Verweihung?
00:24:16: Das wird bestimmt durch ein Ego nicht durch den tiefsten Seelen gehören.
00:24:22: Immer ist das dann egoistisches oder selbstbezogenes an die Welt verfallenes Teil von einem Selbst der sich da melde oder durchsetzen will, der nach Anerkennung buhlt sich selbst daran ergötzt, seine eigene Geschichte zu erzählen.
00:24:42: Alles sehr schlechte Formen die nicht produktiv sind und wo sich auch nichts berühren kann.
00:24:47: Und gleichzeitig kommt es mir schon so vor dass er immer wieder eher den Idealzustand skizziert um eben mitzuhelfen das man aus dem Weg dahin beginnt?
00:24:56: Ja
00:24:57: genau!
00:24:57: So ist es mit allen Idealen der griechischen oder indischen als chinesischen Weißerzehre.
00:25:04: Sie bilden ein Ideal, was wollen wir?
00:25:07: Wo wollen wir eigentlich hin?
00:25:09: damit die Orientierung haben?
00:25:10: nicht, damit wir das alles so machen?
00:25:12: Sondern sie sagen da wird es spannend, da fängt unser Glück an oder da ist Wesentliches!
00:25:19: Die wollen dann mir nicht sagen dass jetzt das Bild unserer täglichen Lebensgestaltung sondern das sind die Momente für die du lebst.
00:25:27: Jetzt
00:25:27: sind wir inhaltlich schon ziemlich tief eingestiegen und ich würde dich bitten, wir sind schon auf der Ziel geraten.
00:25:35: Wer war denn dieser Martin Buber?
00:25:37: Wo kam er her?
00:25:37: Wo ging er hin?
00:25:38: Wie kam er auf diese Philosophie?
00:25:41: Ja, ich glaube er kommt aus einer intellektuellen Familie.
00:25:45: Ich glaube sein Vater hatte auch schon eine gewisse Stellung.
00:25:49: Er ist Ost-Jude, könnte man sagen oder gehört aus jüdischen Traditionen und er ist in Wien geboren in der jüdische Familie und zwar in den Jübchen.
00:25:59: Er wurde dann recht alt und ist in den letzten Jahren in der Nähe von uns gestorben.
00:26:03: Er hat sich der zionistischen Bewegung angeschlossen, er war jude oder bekennender Jude, könnte man sagen.
00:26:10: Er hatte sich sehr für die ostjuh-ostjuutische mystische Traditionen interessiert und lebte damit auch auf.
00:26:19: Er wurde an Schriftstelle studiert und hat viele Dinge studiert.
00:26:22: Er war ein sehr offener Geist Religion und Philosophie, und Soziologie.
00:26:29: Und also er hatte dann ja bis neunzehnt achtunddreißig lebte hier in Deutschland...
00:26:34: In Heppenheim!
00:26:35: Ich habe in Mannheim studiert und wusste aber nicht dass Martin Grubbein in Heppenheim lange gewohnt hat.
00:26:40: Da fand ich die Geschichte auch cool.
00:26:41: das in Heppenheim am Bahnhof waren immer da Leute mit abgefahren oder Ungewöhnlichen Klamotten, Hüten oder insgesamt Aussehen ankamen wurden die ungefragt immer direkt zu den Bubers geschickt.
00:26:54: Weil der Bahnhofsvorsteher wohl wusste dass da bunte Vögel eben tendenziell bei den Bubas ein- und ausgehen.
00:27:00: also es war ein sehr offenes Haus.
00:27:02: da hat glaube ich viel Begegnung stattgefunden Und das fand ich irgendwie toll zu hören und auch, ich glaube da gibt es hier auch noch so eine Art Gedenkstätte.
00:27:10: Den
00:27:10: Tafel glaub' ich auch ja?
00:27:12: Ich glaube wirklich ein Haus was ihm gewidmet ist oder?
00:27:15: Kann sein!
00:27:16: Also er hatte dann Kontakt zu vielen, vielen Intelligenzgrößen und war in der Zeitschrift beteiligt, an einem Verlag beteilig bis zum Jahr eightundereißig.
00:27:24: Man
00:27:24: muss sagen zusammen mit seiner Frau, ne?
00:27:26: Ich glaub die waren da auch ein sehr gutes Gespann oder ein gutes Team Genau, und dann die Vertreibung?
00:27:33: Gott sei Dank hat er rechtzeitig irgendwie die Kur gekriegt.
00:27:37: Er war schon spät und ist nach Jerusalem gegangen.
00:27:41: Dort hat er auch eine Professur bekommen.
00:27:43: für Anthropologie und Soziologie hatte dann mit Hannah Arendt auch in New York das Leo Beck-Institut, heute glaube ich noch bekannt und ein wichtiges Institut gegründet.
00:27:58: Eine Dokumentations- und Forschungsstelle dafür die Geschichte der Deutschsprache in Juden und hat gelehrt, hat geschrieben war mit großen Geistern befreundet oder in Kontakt – ich glaube sogar mit Heiliger, der zweifelhafte oder eine sehr kritikwürdige Stellung zum Nationalsitz und Sozialismus hatte, aber trotzdem gedanklich waren die ihn gewisser hinsichtlich schon näher.
00:28:27: Das Interessanteste ist, er war zionistische Bewegungen, er hat gedacht Palästina ein Teil gehört auch den Juni, aber er war immer darauf bedacht ein friedliches Zusammensein mit den Arabern herzustellen als Jude.
00:28:42: Also er hatte immer die Vorstellung, auch den Arabern gehört dieses Land.
00:28:45: Wir müssen friedlich co-existieren und dafür hat er viel Kritik dann sogar offensichtlich...
00:28:53: Und hat sich teilweise ja auch distanziert vom Zionismus glaube ich?
00:28:56: Kann sein!
00:28:58: Zumindest hat er sehr differenziert betrachtet und
00:29:01: sehr beeindruckend, dass er offensichtlich sein Leben lang dafür schon sehr früh bevor.
00:29:06: die Konflikte, die wir heute an die gab es damals noch gar nicht.
00:29:08: Aber als gesagt, wir müssen versuchen mit den Friedlich zusammen zu co-existieren.
00:29:14: Was
00:29:14: mich auch noch interessant fand, das er ja ein großer Fan dieser Kibbutzbewegung war, weil er wohl schon zu alt war für diese schwere Tätigkeit, diese Pionierarbeit, die damals geleistet werden musste.
00:29:26: Aber das war ja eben so eine Art von Gemeinschaft, glaube ich.
00:29:30: Die er sich schon vorgestellt hat, wo man sich näherkommt und gemeinsam mit was er arbeitet – aber wohl auch dass wir im Vordergrund stehen?
00:29:39: Ja, würde
00:29:40: der ganz reinpassen!
00:29:41: Ich weiß es gar nicht, du kennst dich besser aus als ich da immer.
00:29:45: Also ich kenne ihn nicht so, auch seine Biografie und ihm einzeichnen.
00:29:50: Er hat viel geschrieben und für viele ist interessiert, er sich politisch engagiert.
00:29:56: Kenne ich vieles nicht.
00:29:58: Aber er war ja eben auch als geborener Wiener, auch einer der großen österreichischen Denker kann man sagen und in dieser Tradition steht er auch nach wie vor noch oder?
00:30:09: Also zusammen mit Viktor Frankl vielleicht so die als große herausragender Denker des zwanzigsten Jahrhunderts.
00:30:19: Ja, also dass ich und du.
00:30:21: dieses Buch jedenfalls ist in die Philosophiegeschichte eingegangen.
00:30:27: Und meines Erachtens ist das bedeutende Buch und auch sehr bekannt geworden Buch von Hartmut Rosa Resonanz Da ist eine Linie drin da ist im Grunde das auf ganz anderen Ebenen viel weiter noch dieses durchanalysiert, was Buber da im Ich und Du versucht hat auszudrücken.
00:30:50: Dass da eine Ebene ist in der Begegnung von ich und du die wesentlich Leben
00:30:57: prägt."
00:30:58: die für ein erfülltes und glückliches Leben auch steht.
00:31:02: Und diese tiefe Ebene hat Rosa eben gelingend oder tragende Resonanz genannt, hat da eine Achthundertseite drüber geschrieben und versucht die ganze Gesellschaft dazu charakterisieren oder an diesem Maßstab zu erklären – nicht nur das sondern auch das gelingende Leben!
00:31:19: Dass ich eine Linie und ich finde, dass es ein wichtiger Gedanke ist Der ist nicht von den gemacht wordenen Grunde, dass eine andere Umschreibung für das was früher immer mit Liebe genannt worden ist.
00:31:32: Mit der Bedeutung der Liebe in allen Weißen
00:31:34: oder Platons Kugelmenschen finde ich kommen da ja auch irgendwie durch klingen da auch durch.
00:31:40: also und von daher sind sie beide sicher gehen Sie beide sich alle in die Geschichte ein und bleiben uns auch erhalten und bleiben auch wertvoll auch die Texte
00:31:50: Und aber eben auch wirklich ne zeitgemäße Darstellung dieser großen Gedanken die natürlich zeitlos sind.
00:31:56: Also insofern haben wir heute gesprochen über Martin Buber, einer der ganz ja an der bedeutendsten österreichisch- israelisch jüdischen Religions und Sozialphilosophen.
00:32:06: Es lohnt sich glaube ich diese seine sein Werk muss ich mal zumindest mal anzuschauen.
00:32:13: Abschließende Frage, würdest du auch so anfängern wie mir empfehlen das mal in Gänze zu lesen oder?
00:32:20: Das ist
00:32:20: nicht so dick.
00:32:21: also ich habe das Dialogische Prozip heißt das.
00:32:24: früher hieß es glaube ich und du.
00:32:25: Also dieser er hat viel geschrieben aber das denke ich meine Eindruck ist sein Kernbuch wird auch immer als solches dargestellt.
00:32:33: Das ist gar nicht so dick und das ist auch gar nicht schwer, ja empfehlenswert.
00:32:39: Also ich habe mir jetzt in der Vorbereitung eben auch schon auszugsweise angeschaut.
00:32:44: Ich würde auch sagen aber es ist schon auch eben auch ticken.
00:32:48: soziologisch war mein Gefühl.
00:32:51: also es ist Bin ich ganz sicher, mir fallen andere Themen wie die Bhagavad Gita oder die Selbstbetrachtung und so weiter im Originaltext.
00:33:00: Fand ich fast eingängiger oder einfacher als den Buber?
00:33:03: Ja
00:33:03: in einer eigenen Sprache ist es nicht so ganz einfach.
00:33:05: an manchen Stellen muss man die Sätze zweimal lesen.
00:33:09: Es hat nicht nur eine sociologische, natürlich auch eine tiefst religiöse ins mystische gehen.
00:33:14: aber philosophisch steckt alles drin und deshalb ist er auch nicht so eindeutig zuzuhören.
00:33:19: Ist kein Soziologe, ist kein Theologe.
00:33:22: Deshalb ist Religionsphilosophie schon ein richtiger Ausdruck, das kommt darin auch deutlich.
00:33:28: Also ich muss auch sagen dass ich nicht jeden Satz verstanden habe aus dem Uropgleiche es sich da einfach aussieht.
00:33:34: aber er hat doch doch ganz spezielle Ausdrucksweise jetzt nicht hoch kompliziert aber doch so speziell dass man sich da rein denken muss Aber durchaus wie soll ich sagen?
00:33:49: Genießbar, also wenn ich da kannte Kritik der rein vernunft oder Hegel's Phänomenologie des Geistes daneben halte ist erfinde ich leichter zu verstehen aber durchaus auch nicht ohne Anspruch.
00:34:02: Gut insofern wenn ihr Lust habt dann schaut mal rein ansonsten hört bei uns wieder rein.
00:34:06: beim nächsten Mal und ich sage jetzt nach Martin Buber Am Cappuccino werde ich zum Ich, oder wie muss ich sagen?
00:34:14: Genau.
00:34:15: Entwickelt sich mein... ...entwickelt's sich mein Ich also auf zur Cappucinomaschine, oder?
00:34:20: Yes!
00:34:21: Wir waren heute wieder im Haus der Weisheit in dreitem Winkel hier in der Seminar- oder Bauernstube.
00:34:27: Schön war es.
00:34:28: Danke Albert.
00:34:29: Ja
00:34:29: danke dir ja.
00:34:29: Danke euch fürs Zuschauen zu hören.
00:34:31: machts gut.
00:34:32: Ciao ciao!
00:34:37: und Jan-Libolt.
00:34:47: www.pudel-kern.com.
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