#223 Zukunftsangst. Wie wir in schwierigen Zeiten die Zuversicht bewahren.
Shownotes
„Von dir selbst hängt es ab, ein neues Leben zu beginnen. Betrachte nur die Dinge von einer anderen Seite, als du sie bisher ansahst.“ (Mark Aurel, Selbstbetrachtungen VII, 2)
Kriege, Klimakrise und politische Unsicherheit: Zwei Hörerinnen schreiben uns, wie sehr sie der Zustand der Welt belastet. Emma spricht von „Weltschmerz“, Sabine von „Zukunftsangst", bis hin zur Frage, ob man heute noch Kinder in die Welt setzen sollte.
Wie können wir Anteil nehmen, ohne zu verzweifeln? Albert und Jan diskutieren in dieser Pudelkern-Folge darüber, wo wir tatsächlich etwas bewirken können und was wir annehmen müssen. Dabei geht es um stoische Gelassenheit, aktives Mitgefühl und die Frage, ob wir auch in schwierigen Zeiten glücklich sein dürfen.
Ein möglicher Ausweg: sich engagieren, wo wir etwas verändern können, Zuversicht bewahren und das eigene Leben nicht aus den Augen verlieren. Also vom passiven Weltschmerz zur aktiven Lebensgestaltung.
Weitere Informationen unter: www.pudel-kern.com
Besprochene und zitierte Philosophen dieser Folge:
Sokrates, Heraklit, Platon, Marc Aurel, Stoizismus, Daoismus, Buddhismus
Weiterführende Links:
- „Für sich genommen ist Angst nicht gefährlich.“ Spektrum der Wissenschaft-Interview mit dem Psychotherapeuten Malte Klar darüber, warum Klimaangst eine nachvollziehbare Reaktion auf eine reale Bedrohung ist und wie Akzeptanz, Selbstfürsorge und konkretes Handeln helfen können, nicht in Ohnmacht und Resignation zu geraten.
- „Was tun gegen Klimaangst?“ Deutschlandfunk-Beitrag über Sorge, Wut und Verzweiflung angesichts der Klimakrise und darüber, wie Selbstwirksamkeit, gemeinsames Handeln und bewusste Medienpausen helfen können, aus der Ohnmacht herauszukommen.
Transkript anzeigen
00:00:03: Hallo
00:00:15: und herzlich willkommen, liebe Freundinnen und Freunde der Philosophie und der Lebenskunst.
00:00:18: Live aus Reit im Winkel bei der Pudel unter Kern und Hi Albert!
00:00:23: Ja wir sind hier im Haus der Weisheit mal wieder in deiner Bauernstube die du als Terminarraum nutzt.
00:00:30: eigentlich ist hier alles In schönster Ordnung würde ich sagen, das Wetter ist schön.
00:00:35: Du hast hier gerade parallel ein Seminar bei dem viel gemalt wird.
00:00:39: also eigentlich könnte man eben sagen ja das Leben ist schön die Welt ist gut.
00:00:44: Hier ist die Welt noch in Ordnung.
00:00:46: uns haben aber zwei Mails mehr oder weniger gleichzeitig erreicht, die so in eine Richtung weisen.
00:00:52: Dass viele da draußen sich gerade denken im Anbetracht der Zuspitzung der Situation seines Krieges und Klimakrise.
00:01:00: wir haben einen extrem heißen Sommer Die Flüsse trocknen aus.
00:01:04: offensichtlich steigt also ein bisschen die Bedenken wie es dann weitergeht.
00:01:09: Und da haben uns eben die Emma und die Sabine unabhängig voneinander Mails geschrieben, die ich einfach mal kurz vorlesen möchte, die uns dazu gebracht haben dass wir heute nochmal eine folge zum thema nennen das weltschmerz oder zukunfts angst zu machen um da einfach mal philosophisch dich zu fragen wie die philosophenden auf sowas geblickt haben.
00:01:30: es gab ja früher auch schon schwere krisen.
00:01:33: also die emma ich kann so viel verraten sie ist drei zwanzig jahre alt schreibt uns mich plagt der weltschmerz.
00:01:40: Durch die Medien und den Alltag bin ich ständig mit dem Leiden von Menschen und Tieren auf der ganzen Welt konfrontiert.
00:01:46: Das nimmt mich so mit, dass sich in einer tiefen Traurigkeit und Hilflosigkeit versinke.
00:01:51: Habt ihr Tipps aus der angewandten Philosophie?
00:01:53: Wie man damit umgehen kann oder wie man dem begegnen kann?
00:01:56: Also es war jetzt ein Exterbtas Ihrer Mail und dieser Biene schreibt ganz konkret zum Thema Zukunftsangst und fragt... Viele junge Menschen zweifeln heute, ob sie angesichts des Zustands unseres Planeten überhaupt noch Kinder verantworten können.
00:02:17: Dieses Mal ist der gesamte Globus betroffen und es gibt keine Möglichkeit woanders hin zu fliehen.
00:02:24: Also Weltschmerz ohne Macht und die Frage nach der Zukunft der nächsten Generationen, die da sehr stark rausklingen Albert?
00:02:31: Und deswegen an dich die Frage als Philosophie-Experten Gibt's irgendwas was die antiken Philosophen zu solchen Damals hier sicherlich auch schon stattfindenden Fragen, wie geht es weiter?
00:02:44: Wie kann es weitergehen?
00:02:45: Was passiert da um uns herum?
00:02:47: Wie man damit umgehen kann.
00:02:49: Ja, ich kann beide Frauen sehr gut verstehen.
00:02:52: Das ist ein weitverbreitetes Gefühl und wenn man sich die Nachrichten anschaut ... Wenn man sich bestimmte Entwicklungen in der Ökologie oder Ökonomie auch ansieht oder über wie Start miteinander umgehen dann kann man schon pessimist werden.
00:03:07: Man kann sie schon herunterziehen lassen.
00:03:09: das ist aber jetzt kein Charakteristikum unserer jetzigen Zeit.
00:03:14: Es hat zu allen Zeiten von denen wir wissen in der Menschheitsgeschichte immer viel, viel Leid, viel Krieg, viel Verbrechen gegeben.
00:03:28: Sodass er so den Anschein hat als sei es ein Teil des Welt oder des Lebens.
00:03:34: und das Erste was man sich sagen sollte ist oder sich klarmachen sollte, es wird niemand gezwungen zu leben.
00:03:41: Wenn das einem nicht passt dann kann man auch gehen.
00:03:45: aber wenn du ja sagst zum Leben wenn du am Leben dann musst du die Welt auch so nehmen dort wo sie nicht ändern kann, wie sie ist.
00:03:55: Und das gilt nicht nur für die Welt auch für die Menschen.
00:03:57: Die sind auch nicht alle gut und sie sind nicht alle ruhen, nicht alle in sich sondern sind manchmal voller Aggressionen, voller ja schlechten Anteilen, die da sehr dominant wären.
00:04:08: also... ...die Welt war nie anders als dass da yin und yang.
00:04:12: Also wenn das Leiden neben dem Glück steht.
00:04:15: Socrates sagt da immer es scheint die beiden Dinge sind miteinander verbunden.
00:04:19: man kann das eine nicht ohne andere haben.
00:04:22: Da ist vielleicht was Wahres
00:04:24: dran.".
00:04:24: Manche sagten, Herraklit schon sehr früh!
00:04:28: Das heißt fünfte sechstes Jahrhundert vor Christus.
00:04:30: die Gegensätze machen das Leben aus.
00:04:33: wie können sie nicht wegleugnen?
00:04:35: Er kritisierte nämlich einen Vers aufs Humäer wo er sagte auch möchte doch der Streit zwischen den Menschen.
00:04:42: Könnte noch sagen möchte doch das Leiden unter dem Menschen oder auf der Welt vergehen und er sagte nein das klappt nicht.
00:04:49: Dann fällt was weg, dann die Lebendigkeit besteht aus dieser Polarität, besteht aus diesem Wechsel.
00:04:55: Wir können vielleicht in unsere Seele gucken, wenn wir nicht auch tiefe Stimmungen haben.
00:05:00: Wenn wir nicht leiden werden wir auch nicht Glück empfinden.
00:05:03: Die gehören auch in unserer Seele schon dazu und möglicherweise auch im Leben.
00:05:09: Wobei ich damit nicht sagen will dass wird das alles so belassen, dass er uns mal mit Einverstanden erklären sollt Ich glaube wir sind aufgerufen immer an der Verbesserung der Welt zu arbeiten Und in unserem Kreis oder wo wir Einfluss haben für Gutes einzutreten und Gutes zu tun.
00:05:26: Wir erhöhen dadurch vielleicht auch das Glück oder das Glück der Menschen oder der Empfindung, aber wir werden diese Gegensätze nicht aus der Welt herausbekommen.
00:05:35: Das heißt, wir müssen uns entscheiden, wer dieses Leben wählt, sagte Platon, er wählt Vergänglichkeit und Wandel.
00:05:44: Das heisst, der Wandel auch so mit den Zuständen Frieden Krieg oder Aggression.
00:05:52: Also es sind offensichtlich nicht wegzudenkende Bestandteile des Lebens und wir müssen das erstmal so annehmen, insbesondere dort wo wir keinen Einfluss haben, wo wir nichts daran ändern können.
00:06:03: Wir müssen mit uns und der Welt so wie sie ist und den Menschen so wie die sind doch eine Frieden finden!
00:06:11: Selbst wenn wir dann als Mensch vielleicht uns engagieren hier oder da für besseres Kämpfen und hoffentlich tun wir das, aber dann müssen wir dann – wenn wir das getan haben unser möglichstes getan haben auch uns eingestehen.
00:06:25: Ja die Welt hat auch ganz andere Seiten und offensichtlich gehört es zum Leben.
00:06:32: ich verstehe es nicht und ich wünsche es mir auch anders Aber wer weiß unsere Vernunft ist beschränkt.
00:06:37: Vielleicht ist da irgendetwas Eine Gesetzmäßigkeit hinter.
00:06:41: Jedenfalls, wo ich sie nicht ändern kann in die Welt, da sollte ich nicht bewerten, sollte ich nicht daran verzweifeln sondern sollte trotzdem ja zum Leben sagen.
00:06:52: Mich klingt aber sehr stark aus den Mails raus diese Verzweiflung darüber dass es ja selbstgemachte Krisen sind also das man, dass die letzten zweihundert Jahre seit der Industrialisierung halt so Ein enormer Raubbau an der Natur betrieben wurde, dass das jetzt alles möglicherweise ein Kipppunkt da gerade stattfindet.
00:07:11: Der das Klima eben zum Kippen bringt zu Naturkatastrophen für die Gletscher schmelzen ab und so weiter.
00:07:16: Dass das nicht irgendwie ein Schicksal was da über uns herüber bricht sondern wir haben es selber verbockt könnte man sagen.
00:07:23: Und den Rest der Welt, die Natur muss darunter leiden Und ich glaube daran, dass diese Art von Verzweiflung und Missmut darüber über dieses Handeln des Menschen – das klingt insbesondere bei der Emma aber auch bei der Sabine finde ich sehr stark durch.
00:07:41: Wenn man es selber verbockt hat muss man auch irgendwie anders damit umgehen.
00:07:44: Man muss erstens immer wenn ihr Mist baut dann ist das Wichtigste dazu zu stehen und dann auch zu versuchen das wieder gerade zu biegen, das wieder in Ordnung zu bringen.
00:07:55: Und das wäre so meine Pferde, wie man damit umgehen kann.
00:07:58: Also nicht einfach nur hinnehmen und sagen ich muss jetzt trotzdem irgendwie da mit klar kommen und leben.
00:08:03: also mir ist logisch transparent dass du es jetzt auch nicht forderst, dass man einfach so weiter lebt und so tut als wer nichts aber eben dass dir der Haupt ein Hauptweg sein kann oder eine Pferd sein kann sich zu engagieren da vielleicht entweder mit Klimafolgen Anpassung zu arbeiten Klimawandel und diesen Katastrophen, beispielsweise auch den Kriegen oder was dann jetzt... Noch dazu kommt eben auch politische Situationen, die einem Sorgen machen oder Entwicklungen.
00:08:37: Dass man sich da engagiert und damit dann vielleicht leichter klarkommt?
00:08:40: Ja
00:08:41: unbedingt dagegen habe ich gar nicht gesprochen sondern ich habe dagegen gesprochen dass wenn man jetzt alles getan hat am Ende des Tages was man so tun konnte für eine Verbesserung der Welt oder für Verbesserungen der Umstände Dann soll man sich dann weiter runterziehen lassen.
00:08:58: Soll man sich jetzt verbieten, glücklich zu sein an den Punkten wo man glücklich sein kann?
00:09:03: Man hat ja auch noch Kinder und es gibt ja noch Begegnungen.
00:09:06: Es gibt ja was anderes außer der ökologischen Krise, außer den Konflikten zwischen einigen Nationen etc... Unter allen Umständen, egal wie sie sind, hat jeder Mensch die Pflicht aus seinem Leben etwas zu machen und auch noch Glück zu empfinden.
00:09:22: Selbst unter schwierigen Umstände.
00:09:24: Was du meinst?
00:09:25: Es ist ein selbstgemachtes Leidemann, das ich von all dem Leiden, von denen mich in der Geschichte der Menschheit sprach gerade, einleitend.
00:09:32: Man hatte immer die selbstgemachten Leiden im Auge nicht einen Ausbruch des Vulkanens sondern dass die Menschen miteinander Kriege führten, dass sich beraubt und es da keine Sicherheit gab überhaupt nicht sicher sein konnte, dass nicht morgen irgendein Herr und die Hunden oder wer auch immer oder der Nachbarstaat vorbeikommen Kriege anfängt.
00:09:52: Das zieht sich durch die ganze Weltgeschichte.
00:09:56: Und wenn man das berücksichtigt da muss man sogar sagen, dass man nie zu keinem Zeitpunkt innerhalb der Welt geschichtet in einer so guten, in Anführungsstrichen, in einer sehr schönen Welt, in einem so reichen Welt gelebt hat wie heute.
00:10:10: Es gab nie acht Milliarden Menschen, also bis zu den Achtzehnundzwanzig gab es eine Milliarde davor immer weniger.
00:10:16: Die ernährt werden, denen Leben geschenkt wird und die Möglichkeit haben sich zu verwirklichen.
00:10:20: Anfang des neunzehnten Jahrhunderts waren umfassend fünf Prozent der Menschen unter Armutsgrenzen.
00:10:26: Heute sind das fünf oder zehn Prozent.
00:10:30: Also guckt er an, wie viele Menschen also gesund leben können und sich entwickeln können.
00:10:37: Keinen Hunger haben, nie verspürter nehmen ganzen Leben.
00:10:41: Guckt man da die ganz vielen schönen Aspekte an?
00:10:44: Da muss man wenn man das historisch vergleicht sagen ja wir leben in der besten aller Welten!
00:10:49: Wir haben eine Menge Probleme und sehr ernsthafte Probleme.
00:10:52: Und vielleicht löschen wir uns auch aus, das steht auf dem anderen Blatt.
00:10:56: aber objektive Umstände.
00:10:58: es gibt auch genügend Gründe sich am Leben zu erfreuen und dass noch viel Lachen geschenkt wird viel Lebendigkeit geschenk wird für Begegnungen viele Ehen geschlossen werden, viele Freundschaften geschlossen.
00:11:10: Viele Kinder glücklich aufwachsen darf man jetzt nicht vergessen.
00:11:14: über all dem Elend was es leider auch immer gleichzeitig gibt und wo wir eine Aufgabe in unseren Aufruf in uns spüren sollten auch da noch für Verbesserung zu sorgen wie in den letzten im Jahrhunderten, dass verschiedene Menschen in verschiedenen Bereichen getan haben.
00:11:33: Deshalb sind wir ja da wo wir stehen und nicht in der schlechtesten aller Welt historisch betrachtet sondern umgekehrt wahrscheinlich in der besten selbst wenn sie sich mehr lange dauert.
00:11:44: Halt mir doch einfach mal fest das vielleicht dem ersten Schritt Das finden wir jetzt glaube ich beide wichtig, dass man Haltung zeigt gegenüber diesen Problemen oder gegenüber diesen selbstgemachten Probleme und insgesamt gegenüber dem was wo wir das Gefühl haben.
00:11:58: da läuft es in eine völlig falsche Richtung.
00:12:00: Dagegen anzuarbeiten ist wichtig sich zu engagieren dann nicht tatenlos zuzuschauen.
00:12:04: das ist erstmal ein ganz wichtiger erster Schritt.
00:12:07: wenn man das Gefühl hat man hat im Rahmen seiner Möglichkeiten das Notwendige dafür getan dann ist es im nächsten Schritt Sagst du, insbesondere auch legitim sich um sich zu kümmern?
00:12:18: Sein Leben.
00:12:20: oder ist es wichtig dann auch in solchen schwierigen Situationen oder vermeintlich schwierigen Situationen seinen Kreis in Ordnung zu bringen und das Leben letztlich nicht zu vernachlässigen sondern eigentlich sonst zu genießen.
00:12:33: Ja
00:12:33: also gleichzeitig soll man es machen!
00:12:36: Einerseits hat man die Verpflichtung sein Leben zu gestalten und es möglichst gut zu gestalten, weil man das Gute was man an sich gestaltet.
00:12:44: Das Glück was man in sich selbst erzeugt gibt man weiter!
00:12:47: Und das ist auch schon ein Beitrag dazu dass das Leben auf der Welt lebenswert wird schön wird.
00:12:52: und wenn ich nur drei vier Leuten meiner Familie meinen Freunden gebe ist das was also So weit mein Einfluss reicht, sollte ich gut aussehen.
00:13:01: Und dazu gehört auch dass sich in mir Frieden schaffe und Glück schaffe.
00:13:05: das Glück und diesen Frieden gebe ich weiter.
00:13:08: Weil es eben häufig bei vielen Menschen nicht so ist.
00:13:11: kommt das Übel in die Welt oder kommt das Leiden in der Welt.
00:13:13: Du kommst Krieg!
00:13:14: Das sind unausgeglichene Menschen dann auch die, die sich mit anderen Menschen streiten.
00:13:19: Es sind ja psychische Defekte, die manchen macht haben, da zu verführen über die Strengezustandung Vorstellungen, falsches Denken etc.
00:13:29: Also da es geht gleichzeitig, gleichzeitig arbeite ich an der Verbesserung der Welt leide auch bis zu einem gewissen gerade mit unter dem Leiden.
00:13:39: denn wenn ich dieses Leiden nicht dann da fehlt ja der Motor.
00:13:43: wenn ich mich mitleide Mit der Natur oder mit manchen Menschen in Kriegsgebieten, dann empöre ich mich auch nicht.
00:13:51: Dann rufe ich auch nicht stopp!
00:13:52: Oder dann passiert auch nichts.
00:13:54: Insofern gehört das dazu.
00:13:56: aber gleichzeitig kann ich auch sagen gut jetzt habe zu essen.
00:14:00: Ich bin dankbar dafür und ich freue mich dazu.
00:14:04: Also das schließt sich nicht aus Passig.
00:14:06: aber meinte oder es klingt ja in den E-Mailen Man lässt sich... Dieses Leiden in der Welt, was irgendwo an einem Ort tatsächlich da ist.
00:14:14: In sein eigenes Leben rein und identifiziert sich damit.
00:14:18: und das es nur ein ganz kleiner Ausschnitt aus der Welle und verdirbt damit sein Leben.
00:14:23: Und dann läuft man so durch.
00:14:25: Was gibt man dann weiter seinen Mitmenschen?
00:14:27: Diesen Pessimismus oder diesen Weltschmerz gibt man weiter aber nicht Freude und ich finde du musst beides tun.
00:14:35: und vor allen Dingen weil Da hast Du Einfluss auf Deinen engen Kreis deine Familie, auf deine Freunde.
00:14:41: Da wirkst du!
00:14:42: Auf die Weltlage wirkste ja wahrscheinlich gar nicht, da kannst du einen ganz kleinen Beitrag zu leisten aber das veränderst Du gar nicht.
00:14:50: Aber da wo Du was verändern kannst, da solltest Du das auch machen und dazu gehört ein bisschen Zuversicht, Vertrauen und Optimismus und eine reale Einschätzung der Welt.
00:15:02: also dass ich mich nicht runterziehen lasse von dem Leiden.
00:15:05: ein leiden das ist immer in der ein oder anderen Form in der ganzen Geschichte der Menschen gegeben hat und das wahrscheinlich bis die Menschheit sich irgendwann nicht mehr gibt.
00:15:14: Bis zum letzten Tag wird es so sein, dass Leiden immer da ist.
00:15:19: Letztlich sind ja auch die Stolker darüber auch mit entstanden, dass jemand wie Marc Aurel in seiner Phase von Pandemien über Überschwemmungen eine Pest also das war diese Pandemie und natürlich jede Menge Kriege auch miterleben musste.
00:15:35: Ich finde aber noch wichtig, du hast gerade gesagt das Mitleiden ist bis zum größten Grad auch notwendig.
00:15:41: unterscheidet der Buddhismus da nicht?
00:15:43: gibt es eigentlich eine feine Trennung zwischen lähmenden Mitleid oder Mitleiten und aktiven Mitgefühl?
00:15:52: Ja unbedingt also die Lähmt.
00:15:54: Also der Buddhismus, den praktiziert man und man praktiziert ihn indem man zugewandt hat Liebe und Freude versucht weiterzuschenken seine Mitmenschen.
00:16:04: Aber Zignattern hat das sehr schön gesagt um es wirklich weiterzugeben um wirklich Menschen von der inneren Freude die du hast anzustecken musst sie verstehen Du musst sie mitnehmen muss ihnen da begegnen ja dort mitnehmen wo sie sind.
00:16:22: Und wenn sie leiden und viele Menschen leiden, dann musst du dieses Leiden begreifen.
00:16:28: Du begreifst es nur, wenn du selbst mal Leiden erlebt hast.
00:16:31: Deshalb ist dein eigenes Leiden was unvermeidbar ist auch ein Schulmeister einen Lernen für mitgefühlt.
00:16:38: Wenn ich das richtig begriffen habe um in meinem Leiden fertig werde gelernt habe es zu tragen aber tatsächlich auch durchlitten habe Dann bin ich fähig dieses Leinen auch im anderen zu erkennen und dann die richtigen Worte zu finden oder das Richtige zu tun, um ihm dieses Leiden zu erleichtern.
00:16:58: Ich möchte nochmal ein bisschen auf das Thema oder auf das von der Sabine angeschnittene Thema oder den Aspekt eingehen, die er sagt.
00:17:06: also ist es denn in so einer Situation überhaupt noch sinnvoll oder empfehlenswert Kinder an die Welt zu setzen?
00:17:12: Kann man ja... darüber nachdenken und gibt ja auch viele, die sagen wollen sie nicht.
00:17:17: Ich erinnere mich an eine Situation wo ich mal dir erzählt habe dass meine Söhne gerade so heftig am feiern sind und von Party zu Party ziehen so ungefähr und du hast gesagt lass sie doch feiern!
00:17:31: Die haben eine schwere Zukunft vor sich.
00:17:34: das ist momentan noch der Moment um unbeschwert feiern zu können.
00:17:38: Da fand anschließend länger darüber nachgedacht.
00:17:42: Aber wie schaust du darauf?
00:17:45: Vielleicht ja auch im Sinn von Pflichtethik oder so der antiken Philosophen, ist es nicht auch eine Art Pflicht das menschliche weiterzugeben?
00:17:54: Ich denke schon, das ist auch unsere tiefste Sehnsucht, Natur am Leben zu erhalten.
00:17:59: Und die große Natur ... Vielleicht schaffen wir das nicht.
00:18:02: Aber in mir kann ich die Natur im Leben ... Ich kann Leben schenken.
00:18:06: Jemandem Leben schenkend, indem ich ein Kind erzeuge.
00:18:09: Dann zu sagen ja aber in einer Welt erstens... Ich weiß nicht wie sich die Welt entwickelt.
00:18:14: Es ist ein bisschen hybride zu wissen was da in zwanzig dreißig Jahren die Umstände sind.
00:18:19: Also selbst ... Es kommen Probleme dar!
00:18:22: Was hat Probleme immer gegeben?
00:18:23: Dann war uns mal ein Weltkrieg und der hat vielleicht noch viel größere Probleme gemacht, als seine Krise bringen kann.
00:18:31: Das kann ich gleich beurteilen.
00:18:32: Jedenfalls wissen wir nicht was die zwanzig dreißig Jahre ist.
00:18:35: erstens das.
00:18:36: zweitens aus philosophisch muss man sagen dass glück eines menschen und wir wollen natürlich dass unsere kinder wenn wir sie in die welt setzen auch eine möglichkeit haben glückliches leben zu führen.
00:18:45: das hängt nicht von äußeren umständen ab oder nur ganz bedingt von äußerungen stehen.
00:18:50: man kann sagen Die Welt wird wahrscheinlich nicht weiter gerade in Wohlstandsstaaten, nicht noch mehr Wohlstände anholfen.
00:18:56: Sondern es wird eher Rückschritte geben.
00:18:58: aber wer weiß ob diese Rücksschritte den Kindern nicht gut tun?
00:19:01: Wer weiß ob das nicht eine größere Chance haben glücklich zu werden weil man zusammen rücken muss weil Gemeinschaft wichtiger wird als Egoismus.
00:19:08: vielleicht haben sie unsere... jetzigen Kinder schwieriger als die, die in zwanzig Jahren geboren werden.
00:19:15: Auch wenn die äußeren Umstände der Welt wird und die ökologische Krise dann enorm zugenommen haben wird was man wahrscheinlich vermuten muss Weil das Glück und Unglück hängt eben nicht an den äußeren Umständen.
00:19:28: Also, es ist so eine Art Beformung.
00:19:31: Ich weiß schon unter welchen Umstände du glücklich wirst und welche nicht.
00:19:34: Und die da kommen, dann wirst du bestimmt nicht... Das ist in einer Anmaßung.
00:19:38: Da soll man dem Kind selbst überlassen sein Glück zu finden.
00:19:41: Wir wissen ja, dass das Glück... Wir sind hier nicht ... Die Menschen hier in diesen Wohlstandsstaaten, wo die ökologische Katastrophe noch nicht noch längstlich ihren Höhepunkt erreicht hat.
00:19:53: Aber wenn ich in die Seele der Menschen gucke, dann sehe ich hier jetzt nicht dass sie die glücklichsten Menschen, die jemals in der auf der Menschheitsgeschichte gelebt haben.
00:20:02: also das weiß man doch gar nicht.
00:20:05: Das sollte man den Kindern überlassen, ihren Weg zu finden unter welchen Umständen?
00:20:10: und man sollte es nicht denken, dass sie keine Chance hätten ein glückliches Leben zu führen.
00:20:15: Ich habe mich ja eben gefragt, wenn wir versuchen diese Mails oder diese zugrunde liegenden Fragen mit der praktischen Philosophie zu beantworten.
00:20:25: Dann ist mir eingefallen, dass sowohl im Dauismus als auch im Buddhismus dieses Prinzip des ständigen radikalen Wandels gibt.
00:20:33: und wenn ich daran glaube das es so ist dann kann es ja vielleicht nur ein Symptom eines radikaler Wandel sein der da gerade stattfindet.
00:20:40: oder Klar, letztlich der Klimawandel ist auch ein sehr radikaler Wandel.
00:20:45: Wie würdest du das darauf anwenden dass man damit irgendwie klarkommen muss?
00:20:48: Also ich muss sagen... Trau jedem Menschen zu, umzukehren.
00:20:53: Umkehr zu finden, radikalen Wandel in seinem Leben herbeizuführen.
00:20:58: aber dass die Menschheit jetzt den Weg hier aus dieser Krise so findet oder das die Menschkeit im Großen so ein Wandel vollzieht, dass sie das was da im Moment eingetreten ist angefangen hat rückgängig macht das glaube ich nicht leider nicht.
00:21:13: Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter.
00:21:15: Ich halte es sogar für möglich, dass sie ihre Lebensbedingungen zerstört.
00:21:21: aber ich muss dann sagen als ich liebe die Natur mehr ja wie soll ich sagen?
00:21:26: Also ich denke da manchmal, daran geschieht es uns auch recht.
00:21:29: Dann soll sie Natur sich durchsetzen und die Menschheit soll wenn sie nicht leben kann, wenn sie ihre Umweltbedingungen zerstört dann hat's jetzt nicht besser verdient als dass ihr die anderen Leben lässt und selbst vielleicht ihr Ende findet.
00:21:42: Das was jetzt keine Vorhersage ist.
00:21:46: Genau das ist halt ein extremer Szenario.
00:21:49: Ja aber ich denke so... Wenn wir es verbocken, wenn wir es nicht hinbekommen dann müssen auch die Folgen tragen.
00:21:55: Das ist so!
00:21:56: Wir können versuchen... Das Beste daraus zu machen, wir können versuchen zu verhindern.
00:22:01: Und sollten es auch alles versuchen die Folgen so gering wie möglich zu halten.
00:22:06: Katastrophen werden kommen!
00:22:08: Wir können nur noch das Ausmaß der Katastrophe überhaupt nehmen und dafür sollten wir uns einsetzen, dass wir uns kämpfen.
00:22:14: Aber ich muss sagen... Ich bin sehr skeptisch wenn du sagst, dass die Menschheit da plötzlich zur Erleuchtung kommt und das Rad rumdreht.
00:22:23: Zu diesen Glauben habe ich nicht eins.
00:22:26: Ich hatte es auch ganz anders gemeint.
00:22:29: Aber wobei ich jetzt zu einer spannenden Einsicht bei dir geführt habe, dass das ja immer wieder diesen radikalen Wandel gibt und wir uns an den eben auch anpassen lernen darüber uns anzupassen an diese radikale Veränderungen Diese radikale Veränderung, die uns da möglicherweise bevorsteht oder wo wir ja schon mittendrin sind in verschiedensten Lebensbereichen.
00:22:51: Und auch da wird es wieder eine Anpassung geben einen Teil der Tränen und dann vielleicht ein Pendeln in der Mitte wie man doch damit klar kommt mit.
00:22:59: Ja
00:23:00: das zeigt sich daran dass die Umstände nicht unbedingt bedeuten dass die Menschheit da nicht weiterleben kann oder nicht glücklich werden kann.
00:23:07: Da wird's dann auch noch glückliche Menschen geben.
00:23:09: Aber ja, wir müssen damit rechnen dass es da ganz andere Katastrophen gibt.
00:23:14: Jetzt in den letzten Jahrzehnten alle zwölf Jahre kam eine Milliarde Menschen dazu.
00:23:21: Es wird sicherlich so kommen das irgendwann mal stopp ist und es kann auch dazukommen, dass vielleicht ökologisch bedingt, dass auch mal wieder rückläufig werden.
00:23:30: Was die übrigen Menschen wie die dann leben oder Wir sind sehr anpassungsfähig und ich meine auch, man kann in den schwierigsten Bedingungen auch Glück herstellen, Mitmenschlichkeit praktizieren, Menschen lieben und geliebt werden.
00:23:44: Das ist alles da noch möglich.
00:23:46: das bedeutet also nicht eine Verurteilung oder dass dann das Leben nicht mehr lebenswert ist für denen der schafft die Dinge zu tragen oder die Dinge anzunehmen so wie sie sind und da einen Weg zu finden.
00:24:00: ja ich denke Mentor wird dich untergehen und die Erde wird auch nicht explodieren.
00:24:06: Aber die Bedingungen werden schwieriger, problematischer, die ökologischen Bedingung.
00:24:12: Die werden Dinge passieren, die bisher nie passiert sind und es wären eine Menge Probleme und Schwierigkeiten und auch Opfer fordern.
00:24:21: Und tut das ja schon aber muss damit gerechnet werden dass sich das steigern wird.
00:24:26: Gehen wir jetzt mal davon aus Hoffentlich vielleicht hast du auch nicht recht, hoffentlich.
00:24:30: Aber wie ist es denn das mit dem Paradox des eigenen Glücks?
00:24:34: Also in so einer Welt die Gefühl dann allen Ecken brennt.
00:24:37: Es ist da noch angebracht überhaupt egoistisch nach einem eigenen Glück zu streben, dieses Eudemonie für sich selbst anzustreben?
00:24:45: Oder ist es sogar vielleicht die notwendige Voraussetzung, diese so eine heitere Gelassenheit zu kultivieren um damit irgendwie dann doch weiterleben zu können.
00:24:54: Erstens ist das eine Voraussetzung dafür dass ich die Energie habe und den Zuversicht habe etwas zu verbessern finde ich.
00:25:01: dazu brauche ich eine Basis.
00:25:03: und die Basis ist eigentlich dass ich mich in mir trotz dem im selbst mich trotzdem wohlfühle und trotzdem Freude am Leben haben, dann entwickle ich einen optimalen Energielevel.
00:25:14: Und kann, wo ich etwas verändern kann ist zum guten Verändern.
00:25:18: Erstens sind es eine gewisse Voraussetzung dafür.
00:25:20: Dann finde ich hat jeder Mensch in allen Lagen egal in welchen er ist die Pflicht das Beste daraus zu machen und irgendwie Glück zu finden auch sein Leben glücklich zu gestalten.
00:25:32: Er hat auch das Recht dazu und ich glaube die Pflege dazu.
00:25:36: an der Welt an den großen Umständen werden wir nichts ändern können.
00:25:39: Aber in uns, in unserem Kreis und unserer Lebensgemeinschaft, in der wir wären, können wir für Frieden sorgen, können dafür Mitgefühl sorgen, für Liebe und für glückliches Leben.
00:25:49: Und
00:25:51: ja
00:25:51: die Umstände, in denen wir da geworfen sind, da müssen wir eben den Weg finden.
00:25:56: aber es geht bei wie ich schon sagte es geht gleichzeitig.
00:25:59: Es war nie anders das war immer Leiden auf der Welt und es gab viel größere Probleme noch als wir im Moment haben in der Geschichte der Menschheit, also es war früher.
00:26:08: Ja, in vielerlei hinsicht fisch schwieriger, medizinischer Hinsicht und kriegerische Hinsichte auseinandersetzten waren laufend.
00:26:16: Es gab Hungersnöte im ungematen Ausmaß, es gab Naturkulasturwaffen für die Menschen keine.
00:26:23: keine Gegenwehr hatten, also das kann man sich ja gar nicht vorstellen.
00:26:27: Aber in allen Zeiten hatte finde ich jeder Mensch der überlebt hat auch die Pflicht etwas aus seinem Leben zu machen und das Glück dann auch weiterzugeben für seine Mitmenschen.
00:26:38: Also
00:26:39: vielen Dank erstmal für deine Perspektive darauf!
00:26:41: Ich hoffe wir konnten ansatzweise der Emma und der Sabine da Hinweise geben ohne jetzt... ich glaube keiner hat da die die Formel, wie man damit genau richtig umgeht.
00:26:53: Mir kam so vor dass es ein bisschen der Sprung vom passiven Weltschmerz zum aktiven zu aktiven Lebensgestaltung ist, der da notwendig ist und insofern waren es halt Anstöße wie man vielleicht damit umgehen kann das man eben sich nicht ohnmächtig oder hilflos gegenüber dieser schwierigen Situation fühlt.
00:27:13: Albert danke dir.
00:27:15: ich würde sagen Egal wie, wir trinken jetzt trotzdem Cappuccino.
00:27:19: Und wenn morgen die Welt untergeht, trinke ich heute noch einen Cappucino mit Martin Lutherne.
00:27:25: Nein!
00:27:25: Die Welt wird nicht untergehen und es wird alles gut,
00:27:28: hoffen wir doch.
00:27:29: Ja, so sehe ich's auch.
00:27:30: Danke an die Emma und die Sabine für ihre Mails und die Fragen.
00:27:35: Danke euch fürs Zuhören, danke an dich für den Input.
00:27:37: und bis zum nächsten Mal.
00:27:38: Tschüss!
00:27:39: Danke dir Jan!
00:27:40: Machts gut!
00:27:41: Ciao ciao!
00:27:49: Mit Dr.
00:27:50: Albert Kitzler und Jan Liebholt.
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